Zwischen der Schallwand und dem Korpus befindet sich eine vollflächig aufgebrachte viskoelastische Schicht, die sich außerdem zwischen dem Gehäuseboden und der Sockelplatte findet. Sie dient an beiden Stellen dazu, die jeweiligen Gehäuseteile voneinander zu entkoppeln. Die verschraubte Sockelplatte gibt der schlanken Säule zum einen sicheren Stand; darüber hinaus vergrößert sie, zusammen mit den Metallspikes, den Abstand zum Untergrund, der im Rahmen der Bassreflex-Abstimmung wichtig ist: Die runde, strömungsoptimierte Austrittsöffnung im Gehäuseboden ventiliert durch eine entsprechend geformte Aussparung in der Sockelplatte nach unten gerichtet. Dieses sogenannte Downfiring-Prinzip ermöglicht eine wandnahe Aufstellung, wobei generell neben der tonalen Charakteristik auch die räumliche Abbildung zu berücksichtigen ist, die dann etwas beengter ausfällt. Da eine zum Boden gerichtete Reflexöffnung keine Wand im Rücken benötigt, sollte man der Lumina III großzügige Abstände zu den Begrenzungsflächen gewähren, um ihre Abbildungsfähigkeiten auszureizen. Zudem lassen sich die Plastizität und die Fokussierung des Klangbilds steigern, indem man die Lautsprecher einwinkelt.

Klangliche Relevanz

Hinsichtlich der verwendeten Treiber vollzieht Sonus Faber einen weitreichenden Technologietransfer, der es hauptsächlich ermöglicht haben dürfte, den für die Lumina-Modelle gesetzten Budgetrahmen einzuhalten. Für das obere Frequenzspektrum ist der aus der Sonetto-Serie stammende 29-Millimeter-Hochtöner von Dr. Kurt Müller verantwortlich, der eine von Hand beschichtete Seidenkalotte besitzt. Sie wird auch hier mit Hilfe einer kleinen Metallspitze, die in der Mitte des vertikal vor dem Kalottendom angeordneten Stegs positioniert ist, bedämpft. Auf die Körbe der Konustreiber hatte Marken-Botschafter Paolo Tezzon bereits während seiner Arbeit für die Sonetto-Serie besonderes Augenmerk gerichtet, um Kompressionseffekte weiter zu reduzieren, deren klangliche Relevanz seines Erachtens häufig unterschätzt wird. Dieser Maßgabe folgend, hat das für die Lumina-Serie verantwortliche Entwicklungsteam unter der Leitung von Mario Passerelli den Chassiskorb des im Lumina I und im Lumina CI verbauten, neu entwickelten 12-cm-Tiefmitteltöners strömungsoptimiert, während das bei 3,5 Kilohertz einsetzende 15-cm-Exemplar des Lumina III direkt aus der Sonetto-Serie übernommen wurde. Dessen Membran wird aus Zellulosebrei hergestellt, dem weitere Naturfasern beigemischt werden, um die Steifigkeit des Materials zu erhöhen. Abschließend trocknet die fertige Mischung ohne Wärmezufuhr an der Luft, damit sie gleichmäßig aushärten kann. Im Zentrum der in einer Rundsicke aufgehängten Konusmembran befindet sich ein flacher, mit dem Firmenlogo verzierter Phaseplug, der Partialschwingungen reduzieren soll.

Die beiden ab 350 Hertz arbeitenden 15-Zentimeter-Tieftöner wurden für den Lumina III neu entwickelt; ihre Membrane werden ebenfalls aus Papier und verstärkenden Naturfasern hergestellt, um einen bruchlosen Anschluss an das mittlere Spektrum zu erreichen. Die Frequenzweiche des als Dreiwege-System konzipierten Lumina III ist mit kundenspezifisch hergestellten Kondensatoren bestückt und weist, als einzige Weiche der Lumina-Serie, die amplituden- und phasenoptimierte »Paracross«-Topologie auf: Bei dieser als »halbsymmetrisch« bezeichneten Schaltung liegen einige Kondensatoren und Spulen im negativen Spannungszweig. Ihr Filternetzwerk beinhaltet einen Hochpass und einen Bandpass 2. Ordnung sowie einen Tiefpass 3. Ordnung; zudem wird eine Impedanzlinearisierung im Tieftonbereich vorgenommen. Das Anschlussfeld ist mit nickelbeschichteten Polklemmen ausgestattet und ermöglicht eine Bi-Wiring-Verkabelung. Für den von mir verwendeten Single-Wiring-Betrieb empfehlt sich der Einsatz hochwertiger Kabeljumper, denn der Lumina III belohnt Sorgfalt im Detail an sämtlichen Stellen einer Kette.