ScansonicHD ist eine jener Marken, die man erst unterschätzt, bevor man merkt, wie viel Geschichte und Know-how eigentlich unter der Oberfläche schlummern. Die Wurzeln reichen bis in die nordische Lautsprechertradition zurück, jener Mischung aus technischer Neugier, pragmatischer Klarheit und diesem skandinavischen Sinn für Formen, die nicht nur gefallen, sondern funktionieren müssen. Als man bei ScansonicHD beschloss, eine neue Generation von Lautsprechern zu entwickeln, war das kein Start bei Null. Im Hintergrund standen fünfzehn Jahre Erfahrung aus der Arbeit an Raidho-Modellen, inklusive all jener Erkenntnisse, die man eigentlich nur gewinnt, wenn man sich über einen sehr langen Zeitraum im Grenzbereich der technischen Machbarkeit bewegt. 

Doch diesmal war der Anspruch der Dänen ein anderer. Man wollte die Essenz dieser High-End-Entwicklung in eine Serie übertragen, die finanziell deutlich zugänglicher ist, ohne sich aber wie ein Kompromiss anzufühlen. Das ist ein Kunststück, bei dem die Entwickler sowohl die lange ScansonicHD-Historie als auch dänisches Designethos vor Augen hatten. Beides verpflichtet zu einer gewissen Bescheidenheit, aber eben auch dazu, das Mögliche auszureizen. Und genau aus dieser Mischung ist die Q-Serie entstanden, deren drittes Modell jetzt vor mir steht. 

Schon der erste Moment bleibt hängen. Die Kartons sind erstaunlich leicht, was ich meinem Rücken gegenüber als kleine Versöhnungsgeste der Hersteller verbucht habe. Beim Auspacken wird dann schnell klar, dass die Leichtigkeit nichts mit Simplizität zu tun hat. Die Ausleger der Standfüße sind im Nu montiert und die Q3 steht da, als sei sie innerlich schon angekommen. Die Formgebung wirkt auf den ersten Blick futuristisch, beim zweiten dann organisch, und spätestens beim dritten fragt man sich, wie viele kleine Designdetails man übersehen hat. 

Die Linien wirken geschwungen wie von Wind modelliert, das Gehäuse ist seitlich elegant nach außen gezogen und verjüngt sich nach vorn, sodass eine stromlinienartige Silhouette entsteht. Es ist ein Design, das gleichzeitig auffällig und zurückhaltend ist, fast so, als hätte jemand einem Sportwagen beigebracht, sich im Wohnzimmer zu benehmen. Die drei Bassreflexöffnungen an der Rückseite erinnern tatsächlich an die Auspuffanlage eines Supersportlers, allerdings ohne jegliche Angeberei. Eher wie ein Understatement, das darauf vertraut, dass der Betrachter die Anspielung ohnehin versteht.