Selbstverständlich gewährleisten XLR-Ein- und Ausgänge auch hier den durchweg symmetrischen Signalweg. Der Artera Pre besitzt auch eine Klangregelung. Das mag heute eher nicht mehr zeitgemäß erscheinen, gehört aber zu den klassischen Features einer Vorstufe. Quad nennt sie »Tilt Control«: Bässe und Höhen werden nicht separat geregelt, sondern zusammen angepasst, eine Anhebung der Bässe senkt die Höhen ab und umgekehrt. Das soll die Klangfarben bewahren. Es gibt ein ganzes Spektrum von Regulierungsmöglichkeiten, darunter einige analoge Bassfilter. Im Falle problematischer Umgebungen kann das alles segensreich wirken, in meinem Hörraum verspürte ich keine Notwendigkeit einzugreifen. Der Klang bleibt über das ganze Spektrum hin auswogen, mit einer minimalen Tendenz zur Wärme, ohne jedoch zu kolorieren.

Insgesamt unterstützt und vertieft der Pre die Charakteristika der Monos. Ich höre jetzt Schuberts Unvollendete und seine große C-Dur-Symphonie in der in keiner Weise spektakulären, aber umso tiefer wirkenden, von größter Musikalität und Partiturtreue gekennzeichneten Neuaufnahme der Dresdner Philharmonie unter Marek Janowski. (Pentatone) Und schon geht mir auf, wie sehr sich die Tugenden des Interpreten und die der Komponenten gleichen.

Den Sinn der Musik erhellen

Janowski ist jede Partiturstimme wichtig. Aber er schlägt sie einem nie um die Ohren, niemals markiert er die vermeintlich wichtige Nebenstimme nur um des Neuigkeitswerts willen. Vielmehr lässt er die Vielstimmigkeit der Komposition quasi aus sich selbst heraus entstehen. Da ist Behutsamkeit zu hören, tiefer Respekt für die Musik, kongeniale Sorgfalt und eine einfühlsame Phrasierung, die in jedem Moment ohne aufgesetzte Rhetorik den Sinn der Musik erhellt. Stupend ist die klangliche Transparenz: Wie Aquarelllasuren liegen die Farbschichten eines Akkords übereinander. Das sind Charakterzüge, die auch das Zusammenspiel von Monos und Pre kennzeichnen: Die Kombi spielt ohne jeden falschen Druck auf, sie malt naturgetreu leuchtende Farben und sie zeichnet nach, was es auf dem Tonträger zu hören gibt. Aber sie drängt es nicht auf, sondern zieht den Hörer in die Musik hinein.