Als Lars Johansen im Dezember 2021 einer kleinen Runde von Pressevertretern bei Audio Reference die Unternehmung Perlisten Audio vorstellte, nahm er gleich den unausgesprochenen Gedanken der Anwesenden vorweg: »Noch eine neue Lautsprechermarke?« Ja, und man glaube trotz eines gesättigt erscheinenden Segments fest an den Erfolg, immerhin stecke echte Innovation hinter den Produkten. Wenn man lang genug dabei ist, hat man derlei Versprechen und Ziele schon häufiger gehört und manch große Ambition an der Realität eines trägen Marktes scheitern sehen. Zu dessen Gesetzen gehört nämlich auch, dass der klassische Typus audiophiler Mensch an sich nur langsam Vertrauen in eine neue Marke fasst. Wenn sich dann ausgerechnet ein immer noch junger Lautsprecherhersteller anschickt, fortan im High-End-Segment die Karten neu zu mischen, ist durchaus Skepsis angebracht. Allerdings ist Lars Johansen zu lang im Geschäft, um das nicht haargenau zu wissen; ebenso wie Firmengründer und Geschäftsführer Daniel Roemer, der zuvor mehr als zwanzig Jahre lang Entwicklungsaufträge für namhafte Lautsprecherproduzenten ausgeführt hatte. Nach eigenem Bekunden führte ihn der Wunsch, frei von Budgetrestriktionen zu arbeiten und neue, unkonventionelle Lösungen zu finden, aufs Herstellerparkett; im Gespräch formt sich allmählich das Bild eines idealistisch motivierten Perfektionisten, der mit Perlisten ab 2021 nochmals richtig durchstartete.

Während einer zweijährigen Projektierungsphase vertiefte Daniel Roemer mit einem kleinen Team von Ingenieuren am Firmensitz in Verona, einem im US-Bundesstaat Wisconsin gelegenen Städtchen, Grundlagenforschung und brachte die Hardware-Entwicklungen zur Serienreife. Parallel kümmerte sich ein weiteres Team in Los Angeles um die Entwicklung von Elektronik und Software, und schließlich holte Daniel Roemer seinen heutigen Partner Lars Johansen ins Boot, der profunde Vertriebserfahrung mitbringt: Er war über drei Jahrzehnte hinweg in leitenden Positionen bei renommierten Lautsprecherherstellern tätig, zuletzt bei M&K Sound. Perlisten ist also der Neustart zweier alter Hasen, die es noch einmal wissen wollen – und sich sehr wohl darüber im Klaren sind, den hart umkämpften Markt nicht im Sturm erobern zu können. Bleibt bis hierhin nur die Frage offen, welches Rezept sie zum Erfolg führen soll. Nun, die Strategie ist schnell erklärt: Man will gleich zum Start mit einer breiten Modellpalette auf dem Markt Präsenz zeigen und vor allem durch Innovation überzeugen. Zugleich sollen die Lautsprecher und Subwoofer trotz ihrer kompromisslosen Konzeption einigermaßen erschwinglich bleiben.

Um das zu erreichen, führt eingedenk hoher Lohnkosten in den USA und Europa im Grunde kaum ein Weg daran vorbei, sich für die Fertigung einen Partner in China auszusuchen, zumal einige dort ansässige Industrie-Dienstleister nicht nur flexibel und schnell agieren, sondern längst ihre tadellose Fertigungsqualität unter Beweis gestellt haben – auf welchem Niveau sie sich für jeweilige Auftraggeber bewegt, ist lediglich eine Frage des Preises. Alternativ kann man freilich dort eine eigene Fertigungsstätte aufbauen, wie Perlisten es getan hat, um die vollständige, penible Kontrolle über sämtliche Prozesse zu gewährleisten und eine optimale Qualitätssicherung zu betreiben. Diese Form des Outsourcings hat sicherlich dazu beigetragen, tatsächlich frühzeitig ein umfangreiches Modellangebot vorweisen zu können: Nachdem die Flaggschiff-Serie »S« mit zwei Standlautsprechern, einer Regalbox, einem größeren Kompaktmonitor sowie einem Surround-Lautsprecher und zwei Centern noch im Laufe des Jahres 2022 eingeführt worden war, folgte kurz darauf die R-Serie, zu der nur ein Center, aber nicht weniger als sechs Subwoofer gehören; ansonsten setzt sie sich aus den gleichen Lautsprechertypen zusammen. Des Weiteren rangiert an der Spitze des Subwoofer-Angebots die D-Serie mit vier Modellen. Außerdem wurden im vergangenen Jahr zahlreiche auf der S- und der R-Serie basierende Modellvarianten eingeführt, die speziell für den Wand- und Deckeneinbau konzipiert sind.

English