Da ich vor einiger Zeit bereits die größere nuVero Nova 14 im Hörraum hatte, war die Neugier auf die kleinere Nova 9 fast schon zwangsläufig. Kompaktlautsprecher stehen im ambitionierten Umfeld traditionell ein wenig zwischen den Stühlen. Sie beanspruchen inklusive Ständer ähnlich viel Stellfläche wie eine Standbox, liefern konstruktionsbedingt meist geringere Wirkungsgrade und werden beim Thema Bass vorschnell als »die kleinere Lösung« eingeordnet. Gleichzeitig liegt genau hier ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Große Gehäuse und ein tiefer reichender Bass verlangen nach präziser Abstimmung, sonst schleichen sich schnell Verfärbungen oder Unsauberkeiten ein. Die Nova 9 bewegt sich konstruktiv in einem Bereich, der Kontrolle begünstigt und Fehlerquellen reduziert. 

Geliefert wurden drei sauber verpackte Kartons, zwei für die Lautsprecher, einer für die Ständer. Bereits beim Auspacken zeigt sich das, was man von Nubert inzwischen erwartet: sauber verarbeitete Gehäuse, gleichmäßige Lackierung, passgenaue Übergänge. Die Formgebung folgt der bekannten Linienführung der Serie mit der nach hinten schmaler werdenden Silhouette und der gerundeten Front. Das ist nicht nur eine gestalterische Entscheidung, sondern reduziert Gehäuseresonanzen und Kanteneffekte im Hochton. Zum Lieferumfang gehören zudem überraschend wertige Lautsprecherkabel, die man in dieser Klasse nicht zwingend erwarten würde. Ebenfalls beigelegt sind zwei Paar Handschuhe, um den Lack beim Aufbau nicht unnötig zu strapazieren. Das wirkt durchdacht und passt zum insgesamt sauberen Ersteindruck.

Bestückt ist die Nova 9 als echter Dreiwege-Lautsprecher. Im Tief- und Mittelton setzt Nubert auf Karbonmembranen, die für die nötige Stabilität sorgen, ohne unnötige Masse mitzubringen. Das passt gut zur insgesamt eher kontrollierten, unaufgeregten Abstimmung. Im Hochton kommt eine Aluminiumkalotte zum Einsatz, die durch Nuberts sogenannte »Non Resonant Technology« entschärft wird. Dahinter steckt eine Abdeckung mit definierten Schlitzen, die gezielt in das Abstrahlverhalten eingreift. So werden typische Härten, die man von Aluminium kennt, deutlich reduziert, ohne die positiven Eigenschaften wie Schnelligkeit und Präzision zu verlieren. Das Ergebnis wirkt im Höralltag weniger spektakulär, dafür deutlich angenehmer und langzeittauglicher. Das Gehäuse ist für die Preisklasse aufwendig ausgeführt, intern versteift und so dimensioniert, dass das Bassreflexsystem kontrolliert arbeiten kann, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Der Wirkungsgrad wird von Nubert mit 85 dB bei 2,83 Volt angegeben. Die Nova 9 profitiert folglich von einem kräftigen Verstärker. Dass der Paarpreis in Bezug auf die Lautsprecher  so niedrig ausfällt, erklärt sich schnell: Fertigung in China, Serienproduktion und Direktvertrieb. Kein Geheimnis, sondern eine klare Kalkulation – bei der das Budget ins Produkt fließt, nicht in die Lieferkette.