Diese aus Erfahrung und Qualitätsstreben gespeiste Philosophie findet sich im Bereich der auch für D/A-Wandler eminent relevanten Stromversorgung wieder: So arbeitet im M8x DAC ein hauseigener SuperSilent-Leistungstransformator der neuesten Generation. Jener gekapselte Ringkerntrafo mit geringer Kernsättigung wurde speziell für digitale Audio- und Kopfhöreranwendungen entwickelt. Störungen durch das Stromnetz will man durch diskrete DC-Blocker sowie EMI-Filter nach Industriestandard unterbinden. Die Versorgung für digitale und analoge Schaltungen ist im M8x DAC sorgfältig getrennt. Denn es gilt, die analogen Verstärker- und Pufferstufen von den digitalen Schaltkreisen zu isolieren.

Das Unterbinden von solchen auf die sensiblen »Innereien« einwirkenden und infolgedessen die Klangqualität negativ beeinflussenden Störungspotentialen ist ein Grund dafür, dass der M8x DAC weder Bluetooth noch eine umfassendere Streaming-Funktionalität anbietet. Auch deswegen findet man beim M8x DAC keines der im Trend liegenden (Touch-)Displays, gelten diese doch als notorische Kandidaten für elektromagnetische Störfelder. Stattdessen signalisiert der Musical-Fidelity-Wandler über eine Vielzahl an LEDs die jeweiligen Betriebszustände. Dezidierte kleine Buttons aus Aluminium oder der linke der beiden dominant die Frontplatte zierenden, geschmeidig in der Hand liegenden Oversize-Regler übernehmen die Aktivierung einzelner Funktionsbereiche. 

Kopfhörerverstärker und Preamp

Der rechts platzierte Regler dient der Lautstärkesteuerung. Denn der M8x DAC ist mehr als ein gewöhnlicher D/A-Konverter, der mit festem Ausgangspegel einem externen Verstärker zuliefert. Musical Fidelity hat dem Oberhaupt der M-Familie einen separaten, ebenfalls Class A-basierten Kopfhörerverstärker spendiert. Dieser will auch höheren Ansprüchen gerecht werden: 3.900 Milliwatt an 8 Ohm sind eine Ansage und sollten auch den anspruchsvollsten niederohmigen Vertreter hinreichend mit Leistung versorgen. Ergänzend agiert der M8x DAC als Stereo-Vorstufe. Direkt verbandelt mit potenten Endstufen oder Aktivlautsprechern lässt sich so eine eigenständige HiFi-Anlage zusammenstellen. Durch seine niedrige Ausgangsimpedanz von unter 100 Ohm und eine maximale Ausgangsspannung von 2 Volt (Cinch) oder 4 Volt (XLR) ist er flexibel aufgestellt und verzeiht auch längere Kabelstrecken. 

Gerade in dieser Nutzungsart kommt die mitgelieferte Fernbedienung ins Spiel, die weitere Musical-Fidelity-Komponenten wie beispielsweise einen CD-Spieler oder Verstärker ansteuert. Über die plastizide Anmutung des Signalgebers im Charme der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts sollte man lieber den Mantel des Schweigens legen. Was ich aber nicht tue, weil es mir unverständlich ist, wie wenig Aufmerksamkeit diesem Aspekt zuteil wird. Dabei hat man dieses Tool doch häufig zur Hand! Leider kommuniziert es in keiner Weise die Wertigkeit eines Geräts der 4.000-Euro-Klasse. Aber mit solcher Missachtung des Potentials einer guten Remote Control steht Musical Fidelity bedauerlicherweise nicht alleine da.