In jeder Hinsicht ein Musterbeispiel an Geradlinigkeit: die aufgeräumte Front des M6s PRE.

Preiswürdigkeit war immer ein Kernelement der Produkte des Herstellers Musical Fidelity. Schon der legendäre A1-Vollverstärker belastete das Konto nur mittelschwer – was ihn nicht daran hinderte, so manches teure Großkaliber an die Wand zu spielen. Auch heute bleibt man selbst bei den absoluten Spitzenmodellen im vierstelligen Bereich und verzichtet auf Ausschläge in preisliche Stratosphären, die viele andere High-End-Anbieter bevorzugt bereisen. Die ehemals rein britische Marke richtet sich weiter vorrangig an die Kunden-Klientel »Budget-Audiophile«: anspruchsvoll, aber kostenbewusst. Das hat sich nicht geändert, als Musical Fidelity nach dem Ruhestandsantritt des Gründers Antony Michaelson von der österreichischen Firma Audio Tuning übernommen wurde.

Ebenfalls gleich geblieben sind die grundsätzlichen Strukturen der Firma. Sämtliche Entwicklungen finden weiter unter der Leitung des seit langem für Musical Fidelity tätigen verantwortlichen Ingenieurs Simon Quarry in Großbritannien statt. Auch die Art und Weise der Herstellung läuft in bewährten Bahnen. Gefertigt wird das zum Test vorliegende Verstärker-Duo M6s PRE und M6s PWR bei langjährigen Partnern in Taiwan. Was unabdingbar ist, um solche Komponenten zu attraktiven Konditionen anbieten zu können. Denn gerade in Bezug auf den Materialeinsatz sind die beiden Kandidaten aufwendig konzipiert.

Optisch machen die in Schwarz oder Silber erhältlichen Geräte einen unaufgeregten, gediegenen Eindruck. Sie folgen dem klassischen HiFi-Ideal: raumgreifendes Gehäuse in Standard-Breite, 15-Millimeter-Aluminium-Frontplatte, Boden/Deckel aus Stahl, markante seitliche Kühlrippen. Diese Qualitätsanmutung wird durch ein entsprechendes Gewicht unterfüttert: 11,4 Kilogramm beim PRE, 19,7 Kilo beim PWR. Im Fall des Vorverstärkers dominiert optisch der große Lautstärkesteller auf Mikrocontroller-Basis, dem eine Reihe kleiner Tipptasten für Eingangswahl sowie Inbetriebnahme assistieren. Blaue LEDs signalisieren die Aktivität. Die Endstufe gibt sich typischerweise bescheidener. Hier sind ausschließlich die Stromversorgung und Eingang A oder B zu initialisieren. Extravaganzen sind fehl am Platz, die Besonderheiten lagern im Inneren der Geräte.

Auch die Endstufe M6s PWR verzichtet auf jegliche Form optischer Ablenkung und erfreut durch ihren sachlichen Auftritt.