Längst kann man den Eindruck gewinnen, dass die Kategorie »CD-Spieler« zwischen den Polen »Streaming« und dem wieder erstarkenden »Vinyl« unter die Räder gekommen ist. Eine Gruppe ist dabei zukunftsorientiert, die andere der Tradition verbunden. Doch in der Gegenwart sind die Geräte für die Wiedergabe der 12-Zentimeter-Silberlinge nach wie vor eine Instanz. Bei einigen Audio-Herstellern ist es allerdings mittlerweile so, dass es für dieses Segment gar keine Forschungs- und Entwicklungsgelder mehr gibt. Für die Verantwortlichen sind digitale Komponenten zum Abspielen physischer Tonträger passé. Da können Kunden lange auf die nächste attraktive Offerte warten. Allerdings ist das, insbesondere vom Standpunkt der hochwertigen Musikwiedergabe aus betrachtet, eine Respektlosigkeit, ja fast schon sträfliche Missachtung der großen Zahl von Hörern, die sich in teilweise über 30 Jahren eine solide CD-Bibliothek aufgebaut haben – und ihre Schätzchen auch in Zukunft in hoher Qualität abspielen möchten.

Darauf angesprochen, reagiert die ein oder andere Marketingabteilung dann mit dem Hinweis, diese Nutzer könnten ihre Silberlinge ja »rippen« und die Musik dann vom Computer »genießen«, was in diesem Kontext ein hervorragendes Stichwort ist. Denn bei allem Komfort, den ein solcher Schritt bietet, steht in vielen Fällen hinterher ein Musikfreund da, der einen deutlichen Verlust von musikalischer Qualität beklagt. Und was ist dann die Lösung? Sicher, mit dem Kauf eines Plattenspielers kann man diesem unerfreulichen Zustand begegnen, bringen diese doch zumindest die Qualität des Musikhörens wieder zurück. Aber wer seine CD-Sammlung heute auf höchstem Niveau wiedergeben möchte, muss meist tief in die Tasche greifen. Player im fünfstelligen Euro-Bereich sind aktuell alles andere als selten anzutreffen. Da kommt i-fidelity.net der Marantz SA-10 jetzt gerade recht. Der japanische Hersteller hat seit Einführung der CD in periodischen Abständen mit seinen Playern immer wieder dafür gesorgt, dass sich das Niveau der Klangqualität gesteigert hat, und der SA-10 bringt alle Voraussetzungen mit, um das erneut zu belegen.

Trotz der Unternehmensgröße von Marantz wurde der neue Player unter der Federführung von nur zwei Personen entwickelt: Rainer Finck, seit Jahren das personifizierte digitale Gewissen, und Ken Ishiwata, der seit bald vier Jahrzehnten die Verantwortung für die klangliche Abstimmung trägt. Dieses Duo hat viel Zeit und Know-how investiert, bis dieser Spieler jetzt den Serien-Status und damit den i-fidelity.net-Hörraum und das Labor erreicht hat. Der in den Farben Champagner oder Schwarz lieferbare SA-10 bringt satte 18 Kilogramm auf die Waage. Seine Frontpartie ähnelt der des seit sechs Jahren im i-fidelity.net-Hörraum zuverlässig arbeitenden Super-Audio-CD-Spielers SA-KI Pearl. Sie besteht aus links und rechts montierten geschwungenen Seitenwangen und der zentralen, gut zwanzig Zentimeter breiten Einheit, die Bedientasten, Schublade und Display umfasst. Auf den zweiten Blick erkennt man aber, dass sich die Anordnung der Tasten geändert hat. Beim SA-10 befindet sich die Taste zum Öffnen und Schließen der Lade beispielsweise jetzt direkt neben dieser, Knöpfe zur Steuerung der Disc sind nun logisch gruppiert und in der erweiterten Displayplatte zu finden. In der Tat erleichtert dieses Facelift die Bedienung am Gerät, verrät aber noch nichts von der enormen Komplexität, die sich hinter der Frontplatte verbirgt und die per Fernbedienung steuerbar ist.

Purer Idealismus: Rainer Finck (links) und Ken Ishiwata sind die beiden klugen Köpfe hinter dem SA-10. Mit viel Akribie hat das Duo einen Ausnahme-Player und DAC geschaffen, der Musikhören zum entspannten Hochgenuss macht.