Luxman hat den NT-07-Streamer eigenständig entwickelt und dabei besonderen Wert auf eine optimale Stromversorgung gelegt. Die Ingenieure von Luxman entwarfen die Hauptplatine mit einem leistungsfähigen Prozessor speziell für dieses Modell. Ein wuchtiger 0I-Typ-Transformator und zwei 10.000-Mikrofarad-Filter-Kondensatoren, die eigens für den NT-07 hergestellt wurden, sorgen für eine stabile Stromversorgung. Diese Komponenten erscheinen für ein Gerät dieser Art zunächst überdimensioniert, sind jedoch entscheidend für eine störungsfreie Wiedergabe von Digital-Audio-Dateien. Die Japaner legten zudem großen Wert auf die Unterdrückung von Störgeräuschen, da Digital-Audio-Signale extrem empfindlich auf solche Einflüsse reagieren. Das Hauptziel jeder Digital-Audio-Kette besteht darin, die digitalen Dateien auf dem Weg zum Hörer vor klangdegradierenden Einflüssen zu schützen. Daher ist die störungsminimierte, stabile und überdimensionierte Stromversorgung von Luxman von großer Bedeutung. Diese trägt maßgeblich zum Gewicht des Geräts von über 10 Kilogramm bei.
In meinem System ersetzt der NT-07 die bewährte Streaming-Bridge Munich T1 von Silent Angel. Die Verbindung zum Internet erfolgt mittels des exzellenten AIM-Kabels Shieldio NA6 zum Netzwerk-Switch Silent Angel Bonn Pro CLK. Von den japanischen Spezialisten AIM stammt auch das USB-Kabel: Ein Shieldio UA3 mit Leitermaterial aus Reinsilber führt den Netzwerk-Transporter in Richtung meines D/A-Wandlers Teac UD-701N. Der Mutec REF10 SE120-Referenztaktgenerator liefert via Mutec PSC 50-Kabel Masterclock-Signale für Switch und DAC.
Nach den ersten Songs via Qobuz wird sofort deutlich: Obwohl die mit einem externen Linearnetzteil Keces P6 qualitativ verfeinerte Munich T1 weit über ihrer Preisklasse von insgesamt 1.500 Euro spielt, hat sie gegen den mehrfach teureren Luxman keine Chance. Die Unterschiede sind signifikant. Läuft der NT-07, dann gewinnt die Musik eine so vorher nicht präsentierte, holographische Dreidimensionalität. Die Klangbühne gewinnt substanziell an räumlicher Tiefe. Alle Instrumente werden plastischer, greifbarer, haben klar definierte Konturen – und wirken somit authentischer und realer. Die Klänge schwingen auf Basis einer großen inneren Ruhe und grundsätzlichen Selbstverständlichkeit, gepaart mit erstaunlicher Vitalität. Wenn die Schlagzeug-Impulse bei »Modul 36« aus dem Album »Awase« von Nik Bärtsch`s Ronin plötzlich aus dem Nichts zuschlagen, erschrecke ich fast ob deren Wucht und Schärfe. Und als sich der magische Gesang von Arooj Aftab aus dem jüngsten Album »Night Reign« schwebend erhebt, die Instrumente je nach Relevanz und Raumposition gestaffelt äußerst präzise gezeichnet begleiten, ist die Illusion des Dabeiseins zwar weiter eine Illusion, aber eine sehr glaubwürdige. Der folgende Begriff ist bei Musik aus der Konserve mit Vorsicht zu verwenden, aber: es tönt ausnehmend »natürlich«.