Auf der Front dominieren die von zwei großen Knöpfen (Eingangswahl und Lautstärkeregler) eingerahmten VU-Meter, die leider nur eine Dezibel-Skala und keine Leistungsanzeige haben. Auf Wunsch lassen sich die VU-Meter aber auch ausschalten. Was mir sehr gut gefällt, ist die Anzeige des Lautstärkestellers, die sich prominent zwischen den VU-Metern befindet. Somit lässt sich die feinfühlige Lautstärkeeinstellung genau nachvollziehen. Auch die Möglichkeit, über Klangregler für Tief-, Mittel- und Hochton sowie Balance sanft den Klang anpassen zu können und kleine Unzulänglichkeiten der Raumakustik in den Griff zu bekommen, finde ich äußerst spannend. Denn seien wir ehrlich, die wenigsten Musikbegeisterten haben ihren eigenen Hörraum, der dazu auch noch akustisch optimiert ist. In diese Kerbe schlägt auch eine dezent unterstützende Loudness-Funktion, die es in den Abendstunden ermöglicht, leise und doch substantiell Musik zu hören, ohne den Kopfhörer benutzen zu müssen. Diese Klangregelfunktionen lassen sich natürlich per »Line Straight«-Taste umgehen. Thema Kopfhörer: Luxman hat dem L-509Z einen eigenständigen Kopfhörerverstärker spendiert, der per Buchse mit der normalen 6,3-Millimeter-Klinke sowie der symmetrischen 4,4-Millimeter-Klinke Kontakt aufnehmen kann.

Ein weiterer Pluspunkt ist die mitgelieferte Aluminium-Fernbedienung – in puncto Design zwar nicht so schön wie die aktuellen Modelle von Burmester und Naim, aber sie lässt sich perfekt bedienen, auch im Dunkeln. Die Tasten haben einen großen Abstand zueinander, und hat man sich einmal das Layout gemerkt, steuert man den Verstärker damit quasi im Schlaf. Trotz ihrer Breite liegt die Fernbedienung gut in der Hand, auch bei eher kleinen Händen wie meinen.

Das Innenleben

Nach der Entfernung des aus dem Vollen gefrästen und massiven Gehäusedeckels geht einem beim Anblick der Innereien das Herz auf. Das ist klassischer japanischer Verstärkerbau in edelster Reinkultur. Ein 600-VA-Trafo mit geringem elektromagnetischen Streufeld wird von 80.000 µF Sieb-Elkos unterstützt. Die Endstufen sind sauber rechts und links auf massiven Kühlkörpern montiert, das Gehäuse selbst ist mehrfach verstrebt – da sieht man auf den ersten Blick, woher die knapp 30 Kilogramm Kampfgewicht kommen. Die Ein- und Ausgänge sowie die oben beschriebenen Ein-Ausschaltfunktionen der Klangregelung werden mit Relais geschaltet. Der satte Sound, den diese beim Schalten abgeben, erweckt ein immenses Vertrauen in die Langlebigkeit dieses Verstärkers.