Luxman ruht sich nicht auf einem Jahrhundert Unternehmensgeschichte aus. Stattdessen zeigen die Japaner, was sie können. Sie lassen die Erfahrungen aus hundert Jahren Entwicklung in einige ganz besondere Komponenten einfließen und überlassen damit das Feiern ihren Kunden. Denn wer diese Geräte in die heimische Anlage stellt, feiert das Jubiläum auf die wohl schönste Art überhaupt. Mehr kann man seine treuen Fans eigentlich kaum ehren.
Genau aus diesem Gedanken entstand die Centennial-Serie. Sie ist keine nostalgische Rückschau auf das Erreichte, sondern ein Bekenntnis zu dem, was Luxman seit einem Jahrhundert auszeichnet: kompromisslose Ingenieurskunst, höchste Fertigungsqualität und der Anspruch, selbst nach zehn Dekaden noch nicht am Ziel angekommen zu sein. Der D-100 Centennial ist Ausdruck genau dieser Philosophie.
Doch bevor der SACD-Player überhaupt seinen Weg in meine Anlage fand, wollte ich zunächst die Menschen zu Wort kommen lassen, die hinter seiner Entwicklung stehen. Mich interessierte schließlich nicht nur, welche technischen Entscheidungen getroffen wurden, sondern vor allem, warum sie getroffen wurden. Also nutzte ich die Gelegenheit, den Entwicklern einige Fragen zu stellen.
i-fidelity.net: Wenn Sie beim D-100 Centennial nur eine einzige konstruktive Entscheidung nennen dürften, die gegenüber früheren Luxman-SACD-Playern den größten klanglichen Fortschritt bewirkt hat – welche wäre das und warum?
Masakazu Nagatsuma: Lifes 1.1 reduziert Verzerrungen noch weiter. Dazu kommen in der Eingangsstufe der Fehlererkennungsschaltung parallel geschaltete FETs zum Einsatz. Diese Schaltung vergleicht das Eingangssignal mit dem Ausgangssignal des Hauptverstärkers und ermöglicht dadurch eine nochmals präzisere Arbeitsweise.
i-fidelity.net: Ein Jubiläumsmodell weckt zwangsläufig hohe Erwartungen. Welche Eigenschaften muss der D-100 Centennial aus Ihrer Sicht besitzen, um den Namen »Centennial« tatsächlich zu verdienen?
Masakazu Nagatsuma: Unser Ziel war es, das höchste Leistungs- und Klangqualitätsniveau zu erreichen, das wir bislang mit einem Luxman-SACD-Player realisiert haben. Deshalb verfügt der D-100 Centennial über Rohms neuesten Flaggschiff-D/A-Wandler BD34302EKV sowie über eine vollständig symmetrische Umsetzung von Lifes 1.1. Dabei handelt es sich um die jüngste Generation der von Luxman entwickelten »Amplification Feedback Engine«. Mit dieser Technologie möchten wir zugleich den Beginn des zweiten Jahrhunderts unserer Marke markieren.
i-fidelity.net: Selbst die obere Gehäuseabdeckung wird mit Schrauben befestigt, für die ein exakt definiertes Anzugsdrehmoment vorgegeben ist. Was steckt hinter diesem ungewöhnlich hohen Aufwand, und was muss deshalb beispielsweise bei einer Wartung beachtet werden?
Masakazu Nagatsuma: Unsere »Loopless Chassis«-Konstruktion minimiert die elektrischen Verbindungen zwischen den einzelnen Gehäuseteilen. Dadurch verhindern wir komplexe Masseschleifen, wie sie entstehen können, wenn das Metallgehäuse selbst als Schaltungsmasse genutzt wird. Indem unerwünschte Strompfade vermieden werden, lässt sich die Entstehung von Gegen-EMK reduzieren und eine stabile elektrische Referenz für die gesamte Schaltung gewährleisten.
Um dauerhaft gleichbleibende elektrische Kontaktbedingungen sicherzustellen, wird deshalb jede Gehäuseschraube während der Produktion mit einem exakt definierten Drehmoment angezogen. Auf diese Weise reduzieren wir Störeinflüsse durch unerwünschte Ströme und magnetische Streufelder innerhalb des Gehäuses und tragen damit dazu bei, die Reinheit des Musiksignals zu bewahren.
i-fidelity.net: Gab es während der Entwicklung eine technische Lösung oder ein konstruktives Detail, in das Ihr Team ungewöhnlich viel Arbeit investiert hat, obwohl der Besitzer des D-100 Centennial davon äußerlich kaum etwas bemerkt?
Masakazu Nagatsuma: Je länger ein digitaler Signalweg ist, desto stärker kann sich die Wellenform des Referenztakts verschlechtern. Das führt zu höherem Jitter und kann letztlich die Klangqualität beeinträchtigen. Deshalb besitzt der D-100 Centennial gegenüber dem D-10X eine grundlegend überarbeitete interne Gehäusearchitektur. Sie ermöglicht ein optimiertes Leiterplattenlayout mit möglichst kurzen digitalen Signalwegen. Auf diese Weise können wir die hohe Signalintegrität des Quarzoszillators mit seinem extrem geringen Phasenrauschen bewahren und den Jitter bereits vor der Digital-Analog-Wandlung minimieren. Der D-100 Centennial erreicht dadurch nochmals geringere Verzerrungen und eine weiter verfeinerte Klangqualität, die über das mit dem D-10X erreichte Niveau hinausgeht.
i-fidelity.net: Viele Hersteller konzentrieren ihre Entwicklung heute auf Streaming. Warum war es für Luxman gerade zum 100-jährigen Jubiläum wichtig, noch einmal einen derart aufwendig konstruierten SACD-Player zu entwickeln?
Masakazu Nagatsuma: Der D-100 Centennial wurde mit dem Ziel entwickelt, die über viele Jahre von Musikliebhabern aufgebauten wertvollen CD- und SACD-Sammlungen mit höchstmöglicher Klangtreue wiederzugeben. Dazu kombiniert er einen äußerst steifen Transportmechanismus mit modernsten Digitalschaltungen und unserer auf Lifes 1.1 basierenden analogen Ausgangsstufe. Gleichzeitig verschließen wir uns modernen digitalen Quellen keineswegs. Über die USB-Verbindung lässt sich der D-100 Centennial beispielsweise mit unserem NT-07 Network Transport kombinieren. Damit steht seine hochwertige D/A-Wandlung ebenso für die Wiedergabe von Streaming-Inhalten zur Verfügung.