Als weiteres Bild dient die Umkehrung des Mikrofonprinzips. Bei der Aufnahme zeichnet eine einzige Membran das gesamte Geschehen auf. Gibt eine einzige Membran den ganzen Frequenzbereich wieder, spricht man von einem Breitbandlautsprecher. Das wäre der Idealzustand, der aufgrund unterschiedlicher Wellenlängen aber sehr schwer zu realisieren ist. In dieser Richtung gibt es immer mal wieder vielversprechende Chassis, aber den Stein der Weisen hat noch niemand gefunden. Demnach ist ein koaxiales Chassis eine hervorragende Lösung, wie zahlreiche Hörtests immer wieder beweisen.
Auch die 20-Zentimeter-Tieftöner der Reference 205/2 sind alles andere als Stangenware. Durch eine transparente Staubschutzkalotte kann man direkt auf das vordere Ende der Spule schauen. Die ist im Vergleich zu anderen Konstruktionen länger ausgefallen und ermöglicht sehr große Hübe. KEF nimmt für diese Chassis in Anspruch, das Verzerrungsniveau um rund 20 Dezibel gegenüber den Vorgängermodellen gesenkt zu haben. Hinter dem Chassis sitzt ein extrem starker Magnet, der quasi so etwas wie der Motor ist. Damit ist Kontrolle in hohem Maße möglich.
Natürlich stellt sich hier nicht die Frage nach Espresso. Vielmehr geht es um das Anschlussterminal der 205/2, das in Tri-Wiring-Version ausgeführt ist. Das bedeutet, die beiden Tieftöner, der Mitteltöner und der Hochtöner können separat angesteuert werden. Im Idealfall natürlich jedes Chassis mit einem eigenen Verstärker. Man könnte folglich sechs Monoblöcke einsetzen, um das Prinzip auszureizen. Allerdings zeigt die Erfahrung Folgendes: Nimmt man den Preis für drei Stereo-Endverstärker oder sechs Monoblöcke oder eine Mehrkanalendstufe mit sechs Verstärkerzügen und vergleicht diese mit einem Zweikanal-Verstärker, der beim Anschaffungspreis in etwa gleicher Größenordnung liegt, dann bietet dieser meist mehr.
Nach unseren Tests können wir Folgendes empfehlen: Wer ein hochwertiges Single-Wiring-Kabel besitzt, ist gut bedient mit einer Tri-Wiring-Brücke, wie sie beispielsweise HMS und Phonosophie anbieten. Wer über neue Lautsprecherkabel nachdenkt, kann in Erwägung ziehen, ein etwas kompliziert klingendes Single-Tri-Wiring zu realisieren. Das bedeutet drei Kabelstränge, die vom Verstärker zum Lautsprecher laufen. An dieser Stelle kommt man nur über das intensive Hören zu einem vernünftigen Ergebnis. Im i-fidelity.net-Hörraum machte schließlich eine Single-Wiring-Verbindung mit der Phonosophie-Brücke das Rennen.