Clever gemacht: Zum Überbrücken des soliden Anschlussterminals von KEFs R7 sind keine Kabelbrücken notwendig.

Die Lautsprecher sind in den Hochglanz-Ausführungen Schwarz und Weiß sowie mit klassischem Walnussfurnier erhältlich und daher mit unterschiedlichen Einrichtungsstilen kompatibel. Eine zeitgemäße Gestaltung mit geradliniger Formensprache macht sie allerdings nicht bloß zu »tolerierten« Objekten, die sich gut einfügen: Die Modelle der neuen R-Serie sind echte Eyecatcher, die mit ihrer reizvollen Eleganz den Wohnraum bereichern. Ihre Chassis-Verschraubungen sind hinter Montageblenden verborgen, die jeweils farblich passend zur Gehäuseausführung gehalten sind; die zum Lieferumfang gehörenden Mikrofaser-Frontblenden werden magnetisch an der Schallwand fixiert. Die ausgezeichnete Verarbeitungsqualität mit makellos aufgetragenem Lack rundet den positiven Ersteindruck ab. Obgleich die R7 als mittlere Standbox der Serie zweifelsohne zu den ausgewachsen Exemplaren zählt, kann sie zudem mit ihren Proportionen punkten, denn sie wirkt ausgesprochen filigran.

Die Flussdichte ist konstant

Traversenfüße aus Aluminium verleihen der gertenschlanken Säule einen breiteren Stand und mithin Stabilität; sie nehmen solide, höhenverstellbare Spikes auf. Deren Gewinde sind zwar nicht von oben zugänglich, lassen sich aber mit Hilfe eines beigelegten Spezialwerkzeugs bequem justieren. Im Inneren der aus MDF hergestellten Gehäuse befinden sich mehrere Verstrebungen, welche die Festigkeit des Korpus erhöhen und durch ihre genau berechnete Formgebung und Positionierung den Luftstrom optimal lenken sollen. Drei von ihnen umgeben das Koaxialchassis und bilden eine geschlossene Kammer, die den Treiber von der Schallenergie der anderen Chassis abschirmt. Um die Resonanzübertragung von den Treibern auf das Gehäuse zu minimieren, hat KEF bislang Holzklammern verwendet, die dort platziert sind, wo die größte mechanische Energie auf das Gehäuse einwirkt. Diese Konstruktion wurde erstmalig im Zuge der Entwicklung der LS50 modifiziert und wird in ihrer neuen Form auch für die R-Serie eingesetzt: Zwischen den Klammern und den Gehäuseteilen sind flexible Dämpfungselemente angebracht; zusätzliche Klammern und Dämpfer sind an der Rückseite aller Treiber positioniert.

Die als Dreiwege-System konzipierte R7 wird im Tieftonbereich von einer Bassreflex-Abstimmung unterstützt, wobei ihre zwei 16,5-Zentimeter-Konustreiber jeweils über eine rückseitige Austrittsöffnung ventilieren. Die beiden strömungsoptimierten Reflexrohre werden aus geschlossenzelligem Schaumstoff hergestellt, damit sie sich mit einer definierten Amplitude ausdehnen können: Dieses ursprünglich ebenfalls für die LS50 entwickelte Prinzip verhindert stehende Wellen in ihrem Inneren. Die beiden Tieftöner setzen unterhalb von 400 Hertz ein und sind mit einem sogenannten »Hybrid-Konus« ausgestattet: Die nur leicht konkav geformte, außenliegende Membran wird aus Aluminium hergestellt und ist mit einer kegelförmigen inneren Membran verbunden. Diese wird aus Zellulose geformt und von der Schwingspule angetrieben. Das Magnetsystem der Konustreiber wurde neu entwickelt, um eine möglichst konstante Flussdichte zu gewährleisten. Ein neues, T-förmiges Polstück soll zudem die Induktivität der Schwingspule reduzieren und einen gleichmäßigeren Induktivitätsverlauf ermöglichen.

Das für mittlere und hohe Frequenzen zuständige Uni-Q-Chassis setzt sich aus einem 12,5-Zentimeter-Konus, der aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung hergestellt wird, und einer 25-Millimeter-Aluminium-Kalotte zusammen. Mit Blick auf dieses 1988 erstmalig vorgestellte Markenzeichen drängt sich erst recht die Frage auf, was sich daran noch verbessern ließ, doch mit der neuen R-Serie führt KEF die nunmehr zwölfte Generation des Uni-Q ein. Diese komplexe Treibereinheit ist dem Ideal einer Punktschallquelle nachempfunden, und eben dieser theoretische Vorteil bringt zugleich eine konstruktive Herausforderung mit sich, an deren bestmöglicher Lösung in Maidstone stetig gefeilt wurde: Der koaxiale Aufbau erfordert einen ringförmigen Spalt zwischen dem Waveguide des Hochtöners und der Schwingspule des Mitteltöners, damit sich die Konusmembran bewegen kann. Dieser Spalt verursachte jedoch geringfügige Resonanzen, die sich störend auf den Kalottendom ausgewirkt haben. Um auch diese zu unterbinden, haben die Ingenieure einen zusätzlichen, bedämpften Hohlraum zwischen den Antriebsmagneten des Hochtöners und des Mitteltöners geschaffen.