Schlichte Eleganz und klangliche Faszination tragen die Abkürzung: R7. Über Spikes wird der Lautsprecher akustisch an den Boden angekoppelt.

Die Welt um uns herum wird schnelllebiger und das einst so ruhige Fleckchen der High Fidelity bleibt davon nicht unberührt. Die Mechanismen des Marktes erfordern längst auch hier kürzere Produktzyklen, denn eine Neuheit lässt sich besser verkaufen als ein seit etlichen Jahren bewährtes Produkt. Zwar gehören HiFi-Enthusiasten typischerweise nicht zu denjenigen Konsumenten, die sich auf alles stürzen, was neu ist, doch mit den Rahmenbedingungen verändert sich auch unsere Sicht auf Produktzyklen – und sechs Jahre Marktpräsenz sind auch für Lautsprecher mittlerweile nicht nur gefühlt ein langer Zeitraum. Allerdings drängt sich mit Blick auf die bisherigen R-Modelle schon fast die Frage auf, was an ihnen noch verbessert werden konnte, ohne den Preisbereich zu verlassen. KEF indes hat diesbezüglich im Laufe der Zeit einige Ideen auf den Weg gebracht.

Schließlich leisten die Lautsprecher-Spezialisten kontinuierlich Forschungs- und Entwicklungsarbeit, zudem verfügt das Team von Chefentwickler Dr. Jack Oclee-Brown über viel Innovationskraft. Doch mit dem festen Willen zu ständiger Optimierung allein schafft man es nicht, die eigenen Standards immer höher zu schrauben: Um eine ausgereifte Entwicklung wie die R-Serie von 2012 nochmals zu übertreffen, bedarf es auch einer hohen Entwicklungstiefe und eines konsequent systematischen Vorgehens. Deshalb haben die Verantwortlichen bei ihren Planungen nicht ausschließlich eine Serie im Visier, sondern konzentrieren sich vielmehr auf zentrale konstruktive Aspekte, die für mehrere Produktlinien relevant sind. So greifen punktuelle Fortschritte im Laufe der Zeit wie die Räder eines Uhrwerks ineinander und ermöglichen letztendlich einen Quantensprung, der von außen betrachtet wie aus dem Nichts auftaucht.

Im Falle der neuen R-Baureihe waren es unter anderem Erkenntnisse aus den Arbeiten für die Reference-Serie, die am Ende zu einer kompletten Neuentwicklung geführt haben; von einer Detailoptimierung kann hier nicht mehr die Rede sein. Die ursprüngliche R-Serie nahm seit ihrer Einführung eine wichtige Rolle für KEF ein, da sie in der Mitte des Portfolios angesiedelt und in einem umsatzstarken Preissegment positioniert war. Ihre Nachfolgemodelle stehen erneut im Zentrum des Angebots, das sich genau genommen nur aus drei Serien klassischer Lautsprecher ohne Streaming-Funktion zusammensetzt, alldieweil Muon, Blade (obgleich es derer zwei gibt) und LS50 als Einzelprojekte gewissermaßen einen Sonderstatus einnehmen. Daher waren für die Renovierung der R-Serie bestimmte konzeptionelle Maßgaben unumstößlich, welche die Originale zu einem Erfolg machten.

Dazu zählt neben der weiterhin moderaten Preisgestaltung zunächst einmal die große Bandbreite, die von den einzelnen Modellen abgedeckt wird: Nicht weniger als drei Standlautsprecher dürften unterschiedliche Ansprüche und jede Raumgröße adäquat bedienen. Außer ihnen gehören der Kompaktlautsprecher R3 sowie der Center R2c zur Serie; Surround-Setups können zudem mit dem Dolby-Atmos-Lautsprecher R8a, der die Höhenkanäle mit Hilfe von Deckenreflexionen abbildet, ergänzt werden. Ein R-Serie-Subwoofer wird weiterhin nicht angeboten, da KEF sechs Aktiv-Woofer separat im Programm führt; der mit einem 26-Zentimeter-Treiber ausgestattete Kube 10b (650 Euro) empfiehlt sich beispielsweise als Spielpartner für mittelgroße Räume. Wegen ihrer identischen Chassis-Bestückung für die jeweiligen Arbeitsbereiche können alle Modelle problemlos miteinander kombiniert werden, um eine Surround-Konfiguration an die eigenen Bedürfnisse und den Raum anzupassen.