Um Schall zu erzeugen, muss eine Fläche in Bewegung versetzt werden. In einem Lautsprecher wird dafür eine Membran verwendet. Je tiefer die abgestrahlte Frequenz ist, desto größer wird der Durchmesser. Man muss sich allerdings klar machen, dass die Schallwellen nicht nur nach vorne in Richtung des Hörers, sondern auch in gleicher Intensität in das Innere des Gehäuses abgestrahlt werden. Für den Tiefmitteltöner, der Bestandteil des Bassreflex-Prinzips ist, wirkt sich das nicht dramatisch aus. Aber beim Hochtöner sieht das anders aus. In der neuen Ausführung strahlt er seine rückwärtigen Schallanteile direkt auf das Meta-Absorptionsmaterial. Gegenüber Standarddämpfungen, welche die KEF-Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit 60 Prozent angibt, soll MAT nun über seine Labyrinth-Struktur 99 Prozent des Schalls absorbieren. KEF ist der erste Hersteller, der dieses neuartige Material zum Einsatz bringt.

Das Uni-Q-Chassis, das auch in der neuen LS50 zum Einsatz kommt, fertigen die Briten inzwischen in der 12. Generation. Überarbeitet wurden nun die Form der 13-Zentimeter-Aluminium-Membran und der Sicke, was in Verbindung mit dem neuen, stärkeren Magnetantrieb die Impulsgenauigkeit erhöhen soll. Im Zentrum des Tiefmitteltöners sitzt nach wie vor die 25-Millimeter-Aluminium-Kalotte. In der Meta-Version liegt die Übergangsfrequenz mit jetzt 2,1 Kilohertz um 110 Hertz niedriger als in der ursprünglichen Ausführung. Im Inneren befindet sich eine starre Querverstrebung, die das ohnehin sehr steife Gehäuse zusätzlich beruhigen soll. Auch die Position und die Form der Ausgangsöffnung des Bassreflex-Ports hat KEF geändert, ein Ergebnis aus Software-Simulation und Hörtests, wie i-fidelity.net erfahren hat. Im Labor zeigte sich die LS50 Meta auch von ihrer Schokoladenseite. Bei einer Einwinkelung von 15° verläuft der Frequenzgang mit ±1,5 dB, was ihr die Labor-Note »sehr gut« einbringt. Für eine freie Aufstellung bietet KEF den S2-Ständer an. Natürlich lassen sich die LS50 Meta auch auf vorhandenen Regalen oder Sideboards aufstellen, aber für klangliche Höchstleistungen sind die Stative Voraussetzung. Mit einer Verschraubung werden die Lautsprecher vor einem Absturz gesichert.

Klangvolles Duell

Im i-fidelity.net-Hörraum kam es dann zu einem denkwürdigen Aufeinandertreffen von LS50 und LS50 Meta. Denn bei aller Theorie bleiben die Hörtests das Maß der Dinge. Mit dem Canor Vollverstärker AI 2.10 fühlten sich beide Lautsprecher auf Anhieb wohl. Ich gebe zu, dass ich davon ausgegangen bin, dass die Meta-Version kurzen Prozess mit ihrer Vorgängerin macht. Das stimmt so nicht ganz, denn die LS50 sind nach wie vor exzellente Lautsprecher. Von Sara K. gibt es tatsächlich einen Song mit dem schönen Titel »Aura Of The Blade« – wie passend. Denn die LS50 spielt diesen Titel präzise, klar und mit einem Höchstmaß an Offenheit, da gibt es nichts zu kritisieren. Bis zu dem Augenblick, in dem die Meta das Stück mit deutlicherem Fokus und mehr Substanz im Tiefmitteltonbereich anbietet. Allerdings wirkt sie dabei zunächst auch zurückhaltender. Es dauert eine Zeit, bis mir klar wird, woran das liegt.

Ganz links befindet sich der »Tangerine Waveguide«, das ist eine akustische Linse, die vor dem Aluminumhochtöner montiert ist. Er soll Verfärbungen reduzieren und den Abstrahlwinkel vergrößern. Der Uni-Q-Treiber ist in seiner zwölften Generation ein filigran-technisches Meisterwerk.