Wer in der Unterhaltungselektronik-Branche sein 110-jähriges Bestehen feiern kann, darf sich getrost auf die Schulter klopfen. In diesem Sinne sei Denon an dieser Stelle herzlich gratuliert! Die Verantwortlichen machen deswegen allerdings kein großes Aufsehen, obgleich sie angesichts sich wandelnder Wettbewerbsbedingungen nicht nur den Fortbestand der Marke sichern konnten, sondern auch deren Identität. Und das ist freilich für uns Konsumenten die beste Nachricht – schließlich nützt es niemandem, wenn Produkte ein bestimmtes Label tragen, aber die Qualitätsstandards, für die es einst bürgte, ausgehöhlt worden sind. Wie eng Denon auch unter dem Dach von Sound United seinen traditionellen Werten verbunden geblieben ist, zeigt nicht zuletzt die Auswahl der Komponenten für die frisch aufgelegte Jubiläumsserie »110«: Neben den hier vorstelligen Kandidaten gehören ein neues AV-Receiver-Flaggschiff und ein Tonabnehmer zu diesem erlesenen Kreis.

Mit dem AVC-A110 ein 13.2-Kanal-Showcase abzuliefern, ist eingedenk der starken Präsenz im Surround-Segment naheliegend. Dass man sich auch den MC-Tonabnehmer DL-103R noch einmal vorgenommen und überarbeitet hat, spricht indes Bände darüber, wie man im Konzern die mittelfristige Entwicklung des Vinyl-Marktes einschätzt. Anhand redaktionsinterner Gespräche kann ich jedenfalls vorausschicken, dass Sie auf den demnächst hier erscheinenden Bericht über das Jubiläums-MC-System DL-A110 besonders gespannt sein dürfen. Bemerkenswert ist mit Blick auf die Zusammenstellung des 110er-Zirkels auch, dass kein Netzwerk-Spieler dazu gehört: Obgleich der DNP-2500NE mittlerweile nicht mehr im Programm ist, wäre eine ausbaufähige Plattform vorhanden gewesen, um in dieser Gerätegattung ein Zeichen zu setzen. Gleichwohl wird ein klares Bekenntnis zu physischen Tonträgern auch im Digitalbereich von der Stammklientel zweifelsohne weiterhin sehr begrüßt – Musikgenuss ohne jeglichen Umweg ist und bleibt nunmal eine feine Sache. Überdies hat der DCD-A110 einige technische Raffinessen unter der Haube, die im klanglichen Ergebnis eindrucksvoll unter Beweis stellen, wie zeitgemäß Silberscheiben sind, doch dazu später mehr. Und noch ein Hinweis vorab: Denon hat die Garantie auf die 110er-Geräte auf fünf Jahre aufgestockt – auch diesen Umstand darf man sicherlich als recht eindeutige Stellungnahme hinsichtlich des Qualitätsanspruchs an die Serie werten.

Der DCD-A110 und der PMA-A110 stehen als SACD-Spieler respektive als Stereo-Vollverstärker gewissermaßen im Mittelpunkt des edlen Quartetts; sie basieren grundsätzlich gesehen auf den 2500NE-Komponenten. Zu sagen, bei den Novizen handele es sich um detailoptimierte Neuauflagen des DCD-2500NE und des PMA-2500NE, würde allerdings entschieden zu kurz greifen: Sie bringen die neuesten Versionen bestimmter Schlüsseltechnologien des Hauses mit und zeichnen sich durch einen aufwendigeren Aufbau an klangrelevanten Stellen aus. Überdies haben die Ingenieure dem DCD-A110 und dem PMA-A110 eine besonders sorgfältige Feinabstimmung angedeihen lassen. Beide Geräte machen bereits aufgrund ihrer schweren Physis mächtig Eindruck, sie verfügen über sehr solide Gehäusekonstruktionen mit dickwandigen Aluminiumteilen und Gerätefüßen aus Vollaluminium, die mit einer Filzschicht großflächig an den Untergrund ankoppeln. Die Chassis-Konstruktion des DCD-A110 sorgt darüber hinaus mit zwei Stahlplatten für zusätzliche resonanzabsorbierende Masse. Der PMA-A110 findet indes wegen seiner Höhe in meinem Rack nur ganz oben Platz. Seine Wärmeentwicklung hält sich jedoch sehr in Grenzen, sodass einige Zentimeter Luft nach oben ausreichen, wenn auch die Seiten des Möbels offen sind.

Der Vollverstärker PMA-A110 bietet einen Analog-Modus in zwei Varianten an: Während »Analog Mode 1« die digitale Eingangssektion abschaltet, deaktiviert die zweite Stufe zusätzlich das Display, das sich auch im Digitalbetrieb vierstufig dimmen lässt. Die Qualität der Anschlüsse ist wie von den Japanern gewohnt sehr hoch.