Auch beim US-Hersteller Definitive Technology werden die mittlerweile drei Jahrzehnte Erfahrung in Sachen Lautsprecher-Bau in vielen Produkten immer greifbarer. Während man im eigenen Land nicht zuletzt wegen einer Handvoll Patente zu den dominierenden Marken zählt, war es vor allem in Europa bisher alles andere als leicht, »einen Fuß in die Tür« zu bekommen. Mal hakte es in der Vertriebsstruktur, dann wiederum war die klangliche Abstimmung nicht europäisch genug – zu viel Bass, zu wenig Glanz im Hochtonbereich –, doch als wahres Dauerbrenner-Thema entpuppte sich das Design. Kritik daran wurde zahlreich und auch namhaft geäußert, verpuffte in der Folge jedoch vollständig, und so trabten Marke und Produkte jahrelang auf der Stelle. Dabei wäre es durchaus wünschenswert gewesen, wenn sich nach und nach ein paar der erfolgsverhindernden Punkte geändert hätten. Aber von einer möglichen Step-by-Step-Entwicklung hielt bei der Konzernmutter Sound United – die Marken Classé, Polk Audio, Boston Acoustics, Denon und Marantz gehören dazu – wohl niemand etwas.

Die Lautsprecher-Serie, um die es geht, heißt passenderweise Demand. Übersetzen lässt sich das etwa mit »Nachfrage«, »Bedarf« oder auch »Forderung«. Damit ist der Anspruch definiert, der Erfolg in Teilen Asiens und Nordamerikas soll nun auch in Europa errungen werden. Schon länger am Markt sind die drei kompakten Zweiwege-Modelle D7, D9 und D11. Neu hinzugekommen sind jetzt der Center-Lautsprecher D5C und die Standboxen D15 – unser Testexemplar – und D17. Beim ersten Blick auf die D15 fällt bereits auf, dass Definitive Technology radikal am Design, an Farbe und Material gearbeitet hat. Mit walnussfarbenen »Hamsterkäfigen« hat die neue Standbox jedenfalls nichts mehr zu tun. Der knapp 24 Kilogramm schwere Lautsprecher ruht im besten Wortsinn auf einem Sockel, der aus Aluminiumguss hergestellt ist. Dieser ist auf seiner Unterseite mit vier Aufnahmen für höhenverstellbare und konterbare Spikes ausgestattet, die ebenfalls hervorragende Fertigungseigenschaften aufweisen.

Das stabile Gehäuse ist aus MDF gefertigt. Ein weiteres optisches Highlight ist die Aluminium-Frontblende, in deren oberen Teil vier der insgesamt sechs Lautsprecherchassis montiert sind. Rückseite und Seitenwangen gibt es in den einwandfrei lackierten Versionen Schwarz oder Weiß. Im unteren Teil des knapp einen Meter hohen Korpus befinden sich in den Seitenwänden integrierte Passivmembranen, die – anstelle einer mit Strömungsgeräuschen behafteten Bassreflexöffnung – die beiden aktiven Chassis im Tiefton unterstützen sollen. Zur gelungenen Ästhetik der D15 trägt die Tatsache bei, dass bei keinem der Treiber Befestigungsschrauben sichtbar sind. Einzige Ausnahme bildet das Bi-Wiring-Anschlussterminal, bei dem dieser Umstand aber nicht ins Gewicht fällt. Proportionen, Materialauswahl und handwerkliche Umsetzung liegen bei der Definitive Technology D15 auf sehr hohem Niveau, vor allem aber setzen sich diese Lautsprecher deutlich von dem ab, was die Amerikaner uns bisher angeboten – um nicht zu sagen zugemutet – haben.