Noch lange nachdem der letzte Ton verklungen ist, sinnierten wir darüber, was sich da gerade im Hörraum ereignet hat. »Transcontinental Voices« von Parsons Thibaud hatten wir noch nie zuvor mit diesem Maß an Transparenz und Plastizität wie mit dem dCS Bartók gehört. Und dies vor allem im Kontext einer Natürlichkeit der Wiedergabe, die viele ausschließlich analogen Quellen zubilligen. Fraglos gehört der Bartók aus dem Hause dCS bis heute zur klanglichen Spitze bei Streamern und Digital-Analog-Wandlern. Doch der im englischen Swavesey nordwestlich von Cambridge beheimatete Hersteller hat sich in den über drei Jahrzehnten seit seiner Gründung noch nie auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Zumal sich niemand Stillstand in der digitalen Welt erlauben kann, da ist man sich bei dCS absolut sicher. Als wir vor einiger Zeit zum ersten Mal vom Bartók Apex hörten, hielten wir ihn zunächst für eine Sonderausführung. Doch das aus dem Lateinischen stammende Wort Apex bedeutet »Spitze« oder »Gipfel« – und steht hier für eine umfangreiche Weiterentwicklung des Ur-Bartók.

Man kann sich durchaus leichtere Aufgaben vorstellen als die Optimierung eines Bartók. Wo fängt man an? Welcher Aufwand lässt sich rechtfertigen? Laut Chris Hales, dem Leiter der Produktentwicklung bei dCS, sucht man sich zunächst einen bestimmten Aspekt heraus, bei dem noch Luft nach oben vermutet wird. Während man an dieser Stelle arbeitet, tauchen dann von alleine weitere Punkte auf, die ebenfalls das Potential für Optimierungen hergeben. Und so hat sich Hales ab 2021 sowohl die Ring-DAC-Platine als auch die analoge Ausgangsstufe des Bartók unter dem Optimierungsaspekt angeschaut.

Der Ring-DAC ist das Herzstück fast aller D/A-Wandler der Briten. Mit diesem 5-Bit-Wandler geht dCS den Mittelweg zwischen Multibit-Wandlern mit 24 Bit Auflösung und 1-Bit-Wandlern mit höchster Taktfrequenz, denn er erleichtert den Wandlerabgleich in erheblichem Maße. Ein weiterer Vorteil ist der Zugriff auf mehrere Spannungsreferenzen statt nur auf eine. Damit wird das Maß an Restfehlern weiter minimiert. Der dCS-DAC besitzt keinen integrierten Chip, sondern ist mit SMD-Komponenten auf einer Platine aufgebaut. Trotz miniaturisierter Bauteile ist diese fast so groß wie ein DIN-A4-Blatt. Seit seinem Erscheinen ist dieser Ring-DAC mit jeder neuen Generation besser geworden.