Die Hersteller von analogem Equipment stecken in einem Dilemma: Zwar ist die Nachfrage nach analogen Schallplatten ungebrochen hoch, andererseits interessieren sich aber auch immer mehr Kunden für smarte Lösungen mit Kopfhörer oder aktiven Lautsprechern, deren Absatz in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Davon aber können Hersteller klassischer Plattenspieler nicht direkt profitieren, schließlich benötigen ihre Kunden zunächst einen externen Phono-Vor- und anschließend noch einen Leistungsverstärker, der dann auch einen Kopfhörerausgang zur Verfügung stellen kann. Wer Aktivlautsprecher mit seinem Smartphone steuern mag, hat also keine Möglichkeit einer direkten Laufwerks-Integration. Ist damit der Fall erledigt? Mitnichten, beim Erlanger Analogspezialisten Clearaudio hat man sich des Themas angenommen und mit dem  Concept Active eine interessante Lösung gefunden, die einerseits das klassische Publikum anspricht und andererseits die Zielgruppe darüber hinaus erweitert.

Für den Clearaudio Concept Active gibt es drei Betriebsmöglichkeiten. Zunächst kann er ganz klassisch mit dem Phonoeingang eines Vollverstärkers oder einem Phonovorverstärker verbunden werden. Ferner besitzt er einen integrierten Phono-Pre, und wird dieser aktiviert, kann der Concept Active direkt an jeden Hochpegeleingang eines Vor- oder Vollverstärkers angeschlossen werden. Und jetzt kommt's: Der Ausgang des Phono-Pre lässt sich auf »variabel« umstellen, um so aktive Lautsprecher direkt anzusteuern und natürlich auch deren Pegel zu regeln. Hierfür gibt es ein präzise laufendes Rädchen in der Topplatte, mit welchem sich auch die Lautstärke des ebenfalls vorhandenen Kopfhörerausgangs steuern lässt. Damit spricht überhaupt nichts mehr gegen die Integration des Concept Active in eine minimalistische HiFi-Anlage – mit diesem Clearaudio kann jeder Musik hören. Bleibt nur noch die Frage nach der Qualität der Wiedergabe zu klären.

In diesem Punkt lässt man in Erlangen nichts anbrennen, weshalb der Concept Active nahezu spielfertig ausgeliefert wird und bereits wahlweise mit dem Concept-MC- oder dem Concept-MM-Tonabnehmer bestückt ist. Beim Tonarm hat der Kunde die Wahl zwischen dem Satisfy und dem magnetgelagerten Concept-Arm. Trifft der Plattenspieler dann ein, bedarf es nur weniger Maßnahmen, um ins analoge Musikvergnügen einzutauchen. Lediglich Riemen und Teller sind zu installieren, dann muss nur noch das ebenfalls vorinstallierte Gegengewicht kontrolliert werden: Soll-Wert 2,4 Gramm, Ist-Wert 2,4 Gramm – also keinerlei Beanstandung. Sollte es bei der durchdachten Installation trotzdem einmal haken, hilft die mit verständlichen Grafiken bebilderte Bedienungsanleitung sicher weiter. Umfangreicher als üblich fällt das rückseitige Anschlussfeld des Concept Active aus: Hier lässt sich die Betriebsart MM oder MC auswählen, ein Subsonic-Filter aktivieren und der Verstärkungsfaktor der integrierten Phonostufe dreistufig anpassen. Rechts vom 12-Volt-Gleichstromanschluss für das Steckernetzteil besteht die Möglichkeit, jede der drei möglichen Umdrehungsgeschwindigkeiten exakt zu justieren. Plug & Play hat bei Clearaudio folglich nichts mit dünner Ausstattung gemein.

Mit nur wenigen Handgriffen ist der Clearaudio Concept Active einsatzbereit. Sogar Auflagekraft und Anti-Skating sind bereits im Werk korrekt eingestellt worden. Das Anschlussfeld verrät die Vielzahl der Betriebsmöglichkeiten. Zum Hören von Schallplatten reicht bereits ein Kopfhörer aus. Ohne Frage ist dieser Plattenspieler eine hochwertige »All-In-One«-Lösung.