Auf der Schallwand finden sich vier Chassis, die optisch in zwei Gruppen unterteilt sind. Am oberen Ende der Schallwand sitzt der 17,4-Zentimeter-Mitteltöner mit einer Membran aus Aluminium, der den Frequenzbereich zwischen 170 und 3.200 Hertz überträgt. Seine Platzierung verdankt er dem Umstand, dass er für die Höhe der Stereo-Bühnenabbildung hauptsächlich verantwortlich ist. Canton-Entwicklungschef Frank Göbl schätzt es nämlich nicht, wenn die Stimme zwar klar und deutlich wiedergeben wird, dies allerdings auf Kniehöhe. Wie bei den beiden vom Durchmesser identischen Tieftonchassis verfügt auch der Mitteltöner über eine dreifach gefaltete Wave-Sicke. Diese ermöglicht größere Hübe bei geringeren Partialschwingungen, oder anders gesagt: Auch bei höheren Pegeln geht nichts von der vorhandenen Abbildungspräzision verloren.

Für den Hochtonbereich ist eine 25-Millimeter-Kalotte zuständig, deren Membran aus Aluminiumoxidkeramik besteht. Ausgangspunkt des Materials ist Aluminium, das in einem physikalischen Prozess oxidiert wird. Die Folge ist ein Verlust von Gewicht, aber kaum von der Steifigkeit. Mit dem entsprechenden Magnetantrieb folgt diese Membran dem Signal genauer. Auf solche Ideen kommt man natürlich nur, wenn man – wie Canton seit nunmehr fünf Jahrzehnten – das entsprechende Know-how im Bereich technischer Entwicklung besitzt. So wird das akustische Verhalten der beiden Tieftöner zunächst mit Hilfe von Software berechnet und dann mit den Messungen verglichen, die im hauseigenen, reflexionsarmem Raum gemacht werden. Dass sich dieser Aufwand lohnt, zeigen die Townus 90 auch im i-fidelity.net-Messlabor, wo sie zu den wenigen Exemplaren gehören, die diese Station mit der Note »sehr gut« verlassen.

Bei zum Ende denken

Auch wenn ein Lautsprecher auf den ersten Blick wie eine einfache Konstruktion aussieht, gibt es für einen professionellen Serienhersteller viele Details zu beachten. So hat er bei der Innenverkabelung die Wahl zwischen niedrigen Kosten oder hoher Übertragungsqualität. Gleiches gilt auch für die Bauteile auf der Frequenzweiche. In der Townus 90 haben sich die Hessen wie erwartet für die Klangmaximierung entschieden: Hochwertige Kabel stellen den Kontakt zwischen Terminal, Weiche und Chassis her, die Weiche selbst ist mit wenigen, sehr guten Bauteilen bestückt. Dass das in jedem einzelnen Lautsprecher funktioniert, stellt die perfekte Endkontrolle im Werk sicher. Jeder Lautsprecher wird gemessen und mit dem Referenzmodell der Serie abgeglichen. Dabei sind die Toleranzen auf niedrigstem Niveau gehalten.