Wie heißt es doch so schön, die Zeit war reif. Doch eine Baureihe, die das Können des Herstellers auf höchstem Niveau beweisen muss, schüttelt man nicht einfach so aus dem Ärmel. Auch dann nicht, wenn das Unternehmen Canton heißt. Bereits unmittelbar nach Fertigstellung der Vorgängerserie hat man im Taunus begonnen, vermeintliche Kleinigkeiten technischer und baulicher Art zu sammeln, die das Potential hatten, in künftigen Schallwandlern eingesetzt zu werden. Herausgekommen sind dabei schließlich neun Modelle, die sowohl in Stereo- als auch in Mehrkanalkonfigurationen eingesetzt werden können.   

Dass es bei der neuen Reference um weit mehr als ein »Facelift« geht, ist bereits bei der  Verpackung feststellbar. Aus der Praxis sind wir den Kummer im Umgang mit großen Lautsprechern gewohnt. Meist braucht es mehr als zwei Hände zum Auspacken, und wie ein Damoklesschwert schwingt dabei immer die Angst vor Beschädigung mit. Dank eines neuen Verpackungskonzepts ist das Handling der 60 Kilogramm wiegenden Reference 3 zwar immer noch nicht völlig mühelos, aber mit deutlich gesteigertem Sicherheitsgefühl möglich.

Was auf den ersten Blick auffällt, ist das harmonische Design der Standbox. Stehen die sonst runden Chassis immer in einem mehr oder weniger harten Kontrast zum eckigen Gehäuse, gibt es bei der Reference 3 keinerlei Ecken und Kanten auf der Front. An den runden, geschwungenen Formen, die auch in einem Windkanal beste Resultate erzielen würden, kann man sich kaum sattsehen. Gegenüber den Vorgängern klebt auch kein alles andere als edel wirkendes Logo auf der Front, sondern es ist bei der schwarzen Hochglanzausführung in Gold aufgetragen. Auf der Rückseite findet sich der Name der Baureihe in gleichem Stil. Das ist äußerst elegant gelöst und darf an dieser Stelle ruhig betont werden, auch wenn Eleganz nicht zu den allerwichtigsten Attributen eines hochwertigen Lautsprechers zählt.

Die Reference 3 ist mit vier Chassis bestückt. Typisch bei Canton ist die Platzierung des 17,4-Zentimeter-Mitteltöners ganz oben auf der Schallwand. Der Grund dafür ist sein Übertragungsbereich zwischen 180 und 3.000 Hertz, der für unsere Ohren ortungsrelevant ist. Niemand möchte eine Stimme in Kniehöhe hören und von oben auf die Bühne »schauen«, denn auch die soll sich in allen drei Dimensionen auf Augenhöhe entfalten. Unterhalb des Mitteltöners sitzt der mit schwarzer Aluminiumoxidkeramik-Membran bestückte 25-Millimeter-Hochtöner in einem Schalltrichter, dessen Konstruktion die Summe aus innovativer Software, Prototypenbau und unzähliger Hörproben ist. Aus der Erfahrung mit den Lautsprechern aus dem hessischen Weilrod wissen wir, dass Akribie kontinuierlicher Gast bei allen Canton-Entwicklungen ist.

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