Ausgestattet ist der Virtus I2 mit vier Cincheingängen und einem Hochpegelausgang. Die symmetrischen Anschlüsse dienen hier aber nicht ihrem üblichen Zweck, sondern ermöglichen mit Hilfe eines zweiten Virtus I2 eine Monoblock-Verstärkung. Dabei wird der Amp, dessen Vorverstärkersektion genutzt, zum »Master«, der die Endstufe des zweiten Verstärkers dann mitsteuert. So wird aus zwei Vollverstärkern eine Kombination aus Vorstufe mit zwei Mono-Endverstärkern. Statt der vom Hersteller angegebenen Leistung von 2 x 40 Watt stehen dann in dieser Anordnung 80 Watt sowohl an vier als auch an acht Ohm zur Verfügung. Es ist allerdings davon auszugehen, dass eine solche Kombination in der Praxis nur selten zum Einsatz kommen dürfte.

Für die Vorverstärkung verwendet Canor eine 12AX7-Röhre, die zwei unabhängige Verstärkerstufen beinhaltet. Sie wird im Werk genauso streng selektiert wie die beiden 12AT7, die als Dopple-Triode in einer Push-Pull-Schaltung eingesetzt werden. Alle Röhren sind übrigens 200 Stunden eingebrannt, bevor sie gemessen und kategorisiert werden. Und es geht weiter mit vermeintlichen Kleinigkeiten: So sind im Signalweg ausschließlich hochwertige Polypropylen-Kondensatoren verbaut, die aus klanglichen Gründen hochkapazitiv sind. Insbesondere die Präzision im Tieftonbereich soll davon profitieren, so die Aussage der Entwickler.

Clever bis ins Detail konstruiert

Ein weiteres gutes Beispiel für den enormen konstruktiven Aufwand, den die Slowaken betreiben, ist das Netzteil. Zur Vermeidung von mechanischem Brummen wird der Transformator-Kern vakuumimprägniert und zusätzlich in einer dämpfenden Masseschicht montiert. Von diesen Maßnahmen ist allerdings nichts zu sehen, denn der Trafo sitzt unter einer stabilen Abdeckung, die für die elektromagnetische Abschirmung sorgen soll. Auch die Röhren der Vorverstärkersektion sind von einem schwingungsreduzierenden Element umgeben. Es wird also alles daran gesetzt, den Klang der Röhre so sauber und rein wie nur eben möglich zu erzeugen.

Im Hörraum warten die Epos-Lautsprecher ES14 N und als Quellen der Lumin-Streamer T3 sowie der mit zwei Tonarmen bestückte Plattenspieler Clearaudio Anniversary auf die Schaltzentrale aus dem Hause Canor. Bezüglich der klanglichen Signatur dürfte das keine große Umstellung sein, denn der Canor-Vollverstärker AI 2.10 ist hier seit über zwei Jahren im Dauereinsatz. Bevor wir jedoch unsere Hörtests starten, erfolgt wie immer eine akribische Vorbereitung nach einem erprobten Schema. Dazu gehören das Herausfinden der korrekten Netzpolung ebenso wie die Versuche mit unterschiedlichen Netzkabeln. Warum beim Virtus I2 statt des Beipackkabels schließlich ein IsoTek Optimum zum Einsatz kam, erfahren Sie im Hörtest.