Stellen Sie sich für einen Moment vor, mit geschlossenen Augen Musik zu hören. Keine Ablenkungen, keine Unterbrechungen, nur der Fluss der Töne. Was für ein fantastischer Genuss. Doch wer kommt denn eigentlich noch dazu? Die Frage, weshalb viele von uns bestimmte, meist Konzentration erfordernde Aufgaben, nicht mehr erledigen können, wird immer häufiger mit dem Wort »Reizüberflutung« beantwortet. In der Folge kämpfen die Betroffenen dann mit Stress, Reizbarkeit, Antriebslosigkeit und daraus resultierender Müdigkeit. Abhilfe versprechen Trends wie »Digital Detox« zur Ursachen- und Meditation zur Wirkungsbekämpfung. Für eine grundsätzliche Verhaltensänderung wäre auch Sten Nadolnys Buch »Die Entdeckung der Langsamkeit« über den richtigen, den wertvollen Umgang mit der Zeit zu empfehlen. Es stammt aus dem Jahr 1983 und hat an Aktualität nicht nur nichts eingebüßt, sondern sogar noch hinzugewonnen. Ganz sicher kann aber auch High End Audio zu der von vielen herbeigesehnten Entschleunigung beitragen. Schließlich ist das Hören von Musik, die man mag und in herausragender Klangqualität genießt, ein äußerst intensives und auch tief befriedigendes Erlebnis. 

Das in der Slowakei beheimatete Unternehmen Canor widmet sich seit drei Jahrzehnten dieser Thematik. Mit dem neuen Vollverstärker Virtus A3 sollen jetzt die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen in einer einzigen Komponente gestillt werden, sprich, der Verstärker verfügt über ein großzügiges Ausstattungspaket und ein attraktives Äußeres. Zu den klangbewährten Konzepten gehört die Hybrid-Architektur: Röhren in der Eingangsstufe sorgen für Musikalität und die mit Transistoren bestückte Endstufe für Leistung. Das Beste aus zwei Welten sozusagen. Der Blick ins Innere offenbart den Doppel-Mono-Aufbau des Verstärkers, dessen Signalführung vollsymmetrisch erfolgt. Niedrige Rauschwerte und hohe Störfestigkeit resultieren daraus. Die Leistung gibt der Hersteller mit 2 x 140 Watt an vier Ohm und 2 x 100 Watt an acht Ohm an. 

In Summe bietet der Virtus A3 fünf analoge und sechs digitale Eingänge an. Von den Analogeingängen sind zwei als Cinch und zwei als XLR konfiguriert. Der verbleibende Anschluss ist für Plattenspieler gedacht. Der Canor verfügt über eine aufwendig konstruierte Phono-Vorstufe, die sowohl Signale von MM- als auch MC-Tonabnehmern verstärkt. Last und Impedanz können sogar angepasst werden. Im Digitalbereich finden sich zwei optische und zwei koaxiale Eingänge, eine AES/EBU-Schnittstelle, die beispielsweise Nullen und Einsen von einem CD-Spieler oder -Laufwerk verarbeiten kann, sowie ein aus klanglichen Gründen aufwendig galvanisch getrennter USB-C-Port, der Musik von Smartphones, Laptops oder Computern entgegennimmt. Die beiden schwingungsgedämpft montierten D/A-Wandler von ESS unterstützen PCM-Signale bis 32 Bit/768 Kilohertz und bis zu DSD512. In der Praxis werden diese hohen Auflösungsmöglichkeiten sowie die Vielzahl der Eingänge wohl kaum genutzt werden, aber die Vielfalt sorgt dafür, dass es beim A3 zu keinem Ausschlusskriterium kommen wird.