Der Innenaufbau entspricht in seiner handwerklichen Qualität dem Äußeren. Abgetrennt vom eigentlichen Vorverstärker befindet sich das aufwendig konstruierte Netzteil. Eine Vakuumröhre sorgt für die Gleichrichtung der Anodenspannung. Auf kanalgetrennten Platinen übernehmen vier schwingungsgedämpfte und für den Anwendungszweck hervorragend geeignete Röhren des Typs 6922EH (Doppeltriode) die Vorverstärkung. MC-Signale werden vor der elektrischen Verstärkung mittels Lundahl-Übertrager auf MM-Spannungsniveau gebracht. Der Kölner Bauteile-Spezialist Mundorf sagt über seine MCap-Kondensatoren, dass sie »sich ganz besonders durch musikalische Schönheit und Eleganz, fein-nuancierte und lebendig-leuchtende Klangfarben, eine extrem feine Detailzeichnung und reine Freude an Musik auszeichnen«. Kein Wunder folglich, dass Canors Chefentwickler Zdeňek Březovják exakt diese Kondensatoren in die gegenkopplungsfrei arbeitende Schaltung des Asterion V2 einbauen lässt.

Geheimnis gelüftet?

Röhren sind ein schönes Thema, wenn es um die Diskussion klangqualitativer Aspekte geht. Immerhin weiß man im Hause Canor, wie diese Bauteile sinnvoll eingesetzt werden können und vor allem welche Schritte vorher für die Selektion der Röhrensätze notwendig sind. Klangrelevant im Asterion V2 dürfte im positivsten Sinne aber die Stromversorgung sein. Es gibt zahlreiche spannungsstabilisierende Blöcke, oder anders gesagt: Es gibt mehr als genug davon. Das Netzteil wird in einem Vakuumzustand mit einer Antivibrationsmasse gekapselt, um Resonanzen und Brummen quasi vollständig zu unterdrücken. Das ist denn auch das klassische Rezept der Slowaken für all ihre Elektronik-Komponenten: Man verwende exzellente Bauteile, optimiere mechanisch und elektrisch den Signalverlauf und vermeide Vibrationen, Resonanzen und klangmindernde Einstreumöglichkeiten. Das hört sich einfach an, wird aber längst nicht von allen Herstellern so konsequent wie bei Canor umgesetzt.

Die Zahl der Phonovorverstärker im i-fidelity.net-Hörraum kann durchaus als stattlich bezeichnet werden. Das liegt daran, dass sich mit dieser Gerätekategorie in spürbarem Maße Einfluss auf die Klangqualität nehmen lässt. Dabei geht es meist weniger um die Kategorien »besser« oder »schlechter«, sondern vielmehr wie bei verschiedenen Weinen um die Geschmackserlebnisse. 2005 starb die mexikanische Komponistin Consuelo Velázquez, zu deren bekanntesten Werken das 1941 erschienene »Bésame Mucho« gehört. Uns gefällt die Interpretation von Linda Sharrok sehr gut, weil sie dem Stück sämtliche Feinheiten und auch enormen Tiefgang abluchst. Der Asterion V2 versieht die Töne mit Glanz und Strahlkraft und schafft dadurch eine klanglich-musikalische Attraktivität, die Maßstäbe setzt. Was haben die Slowaken denn da konstruiert?

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