Dann darf Joe Lovano loslegen. Schon über siebzig Jahre alt, versprüht der Amerikaner auf dem Album »Homage« dennoch pure Lebensfreude und Aufbruchstimmung. Bereits die ersten Klaviertöne auf »Love In The Garden«, gespielt von Marcin Wasilewski, sind farbstark und mit perfekter Klangfarbe versehen. Souverän gesellt sich Lovanos Saxophon hinzu, das alles räumlich gut voneinander separiert und absolut ortungsscharf. Was den 232 nicht nur bei dieser analogen Quelle auszeichnet, ist das hohe Maß an Durchhörbarkeit. Man hat nicht den ausschließlichen Eindruck, möglichst viel von dem, was auf der LP aufgezeichnet ist, zu hören, sondern eher, dass es wirklich hundert Prozent sind. Wer eine Schallplattensammlung besitzt, sollte sich das Phonomodul unbedingt gönnen. 

Interessant ist der Qualitätsunterschied zwischen den Zuspielwegen: Während Qobuz via AirPlay gestreamt eher nach normalem Radio klingt – nicht schlecht, aber weit von mitreißend entfernt –, ist Tidal Connect eine ganz andere Hausnummer. Jetzt bekommt der Bass bei »The Sadness In You, The Sadness In Me« seine Kraft, besser seine Durchschlagskraft, Suedes Stimme ist von Zellophan befreit. AirPlay bleibt eine Option, aber unter klanglichen Gesichtspunkten sind die Varianten Qobuz Connect und Tidal Connect zum Musikhören empfehlenswerter. Man wird sich mit dem 232 an den Gedanken gewöhnen müssen, dass ein High-End-Vollverstärker nicht mehr zwingend auf externe Zuspieler angewiesen ist – ein Abo bei einem der in Frage kommenden Streaming-Anbieter ist völlig ausreichend. 

Zum Abschluss gibt’s »Let's Dance« von David Bowie in der Coverversion von Mike Garson. Diese mit höchster Sorgfalt von Reference Recordings gemachte Aufnahme offenbart, dass es zwischen Garson und Bowie eine intensive Verflechtung gegeben haben muss. Im Jahr 1972 begann die Zusammenarbeit der beiden, gemeinsam gaben sie über tausend Konzerte und Garson hinterließ seine musikalischen Spuren auf mehr als 20 Alben von David Bowie. Auf »The Bowie Variations« spielt Mike Garson ein Yamaha Disklavier, welches die Möglichkeiten für faszinierende Klangüberlagerungen bietet. Aufgenommen wurde die Musik von Toningenieur Keith Johnson im »Center for the Performing Arts« in Kalifornien, und wenn nun der Burmester 232 für Wandlung und Verstärkung sorgt, kommt man dem realistischen Geschehen so nah wie nur möglich. Jede mikrodynamische Nuance, der schwebende Nachhall und der faszinierende Raumeindruck sorgen für ein Klangerlebnis, das wohltuenden Ausnahmecharakter besitzt.