Wie viele Möglichkeiten verträgt der Mensch eigentlich? Vermutlich gilt die Antwort: Je mehr Optionen es gibt, desto schwieriger wird es. Wir mögen es lieber klar, deutlich und damit einfach. In Entweder-Oder-Situationen entscheiden wir meist schnell und sind auch im Nachhinein über die Auswahl glücklich oder zumindest zufrieden damit. Im Grunde genommen ist das ja auch ein Grundgedanken des High End, denn alle Bestandteile einer Anlage für hochwertige Musikwiedergabe sollten auf das Wesentliche beschränkt sein. Purismus für besten Klang könnte man auch sagen.

Dank technischer Innovationen kann sich diese Konzentration auf das Wesentliche in multipler Form aber auch unter dem Dach des Gehäuses einer einzigen Komponente abspielen. Dort, wo früher allenfalls Platz für einen Vor- und einen Endverstärker war, passen heute noch D/A-Wandler, digitale Schnittstellen, digital basierte Frequenzkorrekturfilter, Phonoplatine und ein UKW-Radio hinein. Die »Eier legende Wollmilchsau« im hochwertigen Audio-Segment? Hört sich nach Selbstmordkommando an. Doch für Harakiri-Aktionen ist Audionet nun wahrlich nicht bekannt!

DNA steht für »Digital Network Amplifier«

Der 25 Kilogramm schwere Audionet-Verstärker ist im ursprünglichen Sinne ein Stereo-Vollverstärker, ergänzt um Streaming Client und ein paar andere Schmankerl, den es in verschiedenen Ausstattungsvarianten ab 10.490 Euro zu kaufen gibt. Wer sein Gerät in Bochum registrieren lässt, bekommt zu den gesetzlichen zwei Jahren Garantie noch ein weiteres hinzu. Bei den verfügbaren Optionen handelt es sich um eine Phonoplatine MM/MC (im Testgerät montiert, vier wählbare Verstärkungsfaktoren, 490 Euro) und das externe Netzteil EPS G2 (1.990 Euro). Die Audionet-Systemfernbedienung Harmony One ist im Lieferumfang enthalten. Wie gewohnt, gibt es die Frontplatte in den Ausführungen Schwarz oder Silber und das Display in roter oder blauer Farbe.

Auf der Frontplatte ist Audionets Vier-Tasten-Konzept umgesetzt, bestehend aus Netzschalter und Lautstärkeregelung. Man könnte an dieser Stelle auch ins Menü einsteigen und die Grundfunktionen bedienen. Viel einfacher, übersichtlicher und komfortabler als selbst mit der Fernbedienung geht es aber per RCP – Remote Control Point – von Computer, iPhone, iPad oder Android-basiertem Smartphone aus. Das Steuerprogramm wird einfach von der Audionet-Website geladen, und sobald der DNA Bestandteil des Netzwerks ist, kann man wirklich eine neue Dimension in der Steuerung von High-End-Komponenten erleben, doch dazu später mehr.

Das ist die schöne neue Welt im Audionet DNA: Friedlich existieren analoger Part (links) und digitaler Part nebeneinander. Wer den Router zu weit vom Verstärker entfernt stehen hat, kann den DNA auch einfach »wireless« einbinden. Trotz aller faszinierenden Möglichkeiten bleibt er unter dem Strich vor allem eines: ein überragend klingender Vollverstärker.

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