In Sachen Anschlussmöglichkeiten offeriert der SV-500MK ein vielfältiges Spektrum. Zwei Stereo-Analog-Eingänge treffen auf zwei Analog-Ausgangspaare; letztere einmal geregelt (Output Pre), einmal ungeregelt (Output Rec). Ein Phono-Input wäre nicht fehl am Platze gewesen, aber Vincent bietet für den Schallplattenhörer ein interessantes Trio externer Lösungen an. Den gut zum SV-500MK passenden Phonovorverstärker PHO-300 beispielsweise stufte i-fidelity.net-Chefredakteur Olaf Sturm kürzlich als »bemerkenswertes Sonderangebot« ein.

Im Digitalsegment verfügte schon der Vorgänger SV-500 über einen koaxialen und einen optischen Eingang. Diese Zuspielwege werden beim MK-Modell vom Wandler-Baustein PCM5102 aus dem Hause TI/Burr Brown beschickt, der hier Daten bis 24 Bit/192 Kilohertz verarbeitet. Technisch wäre er zu noch Höherem in der Lage (32 Bit/384 Kilohertz), doch dazu bedürfte es eines USB-Eingangs, den der SV-500MK nicht vorweisen kann. Wer also seinen Rechner oder USB-Streamer anschließen möchte, braucht einen USB-zu-S/PDIF-Konverter. Als preiswerte Lösung käme beispielsweise der Topping D10s für knapp über 100 Euro in Frage.

Digitaler Mehrwert

Der interne DAC-Chip steckt auf einem neu gestalteten Digital-Board, da es zwei zusätzliche Features zu integrieren galt: zum einen den HDMI ARC-Input, welcher eine leichte Einbindung des Fernsehgeräts in die Stereoanlage ermöglicht. Der SV-500MK reagiert auf die TV-Remote Control und passt seine Lautstärke entsprechend an. Diese Funktion habe ich zum Einspielen des Verstärkers über eine Woche lang ausgiebig genutzt. Selbst an meinem betagten Flachbildschirm funktionierte das einwandfrei. Der klanglich rudimentäre Fernsehlautsprecher musste sich nicht mehr bemühen, denn jetzt sorgte ein HiFi-Verstärker für deutlich besseren Ton bei jeder Form von TV-Nutzung.

Als zweite Aufwertung offeriert der SV-500MK die Möglichkeit, drahtlos Signale von einem Mobilgerät oder Computer via Bluetooth zu empfangen. Die Vincent-Entwickler verwenden hierfür den Qualcomm-Chip QCC3034, welcher Bluetooth-Technologie der Generation V5.0 ermöglicht und die Formate SBC, AAC, aptX und aptx-HD decodiert. Jene für den Signalempfang erforderliche Antenne ist an der Rückseite des Verstärkers klar zu erkennen. Mit meinem iPad konnte ich nach Aktivierung des Vincent in den Einstellungen des Tablets interessante YouTube-Videos klanglich aufwerten. Die Gesangs-Pyrotechnik der britischen Sängerin Raye bei ihrer Version von »It's A Mans World« auf den American Music Awards wurde erst jetzt, über den Vincent-Amp zu einer vollumfänglichen Erfahrung, die umso mehr begeistert hat. Gleiches gilt für den abendlichen Podcast-Konsum. Die Atmosphäre bei den Gesprächen zwischen den Redakteuren Jochen Wegner und Christoph Amend und ihren Gästen bei »Alles gesagt?« von Zeit Online habe ich unmittelbarer wahrgenommen, als wenn die Stimmen bloß aus dem iPad-Speaker plärrten. Natürlich lassen sich via Bluetooth auch reine Audio-Files mit dem SV-500MK abspielen: Das schnelle Wischen auf dem Tablet führt zu Apple Music und einer leichten Berieselung via Ambient-Playlist aus iTunes-Tagen. Da dieser Service entgegen der gängigen Erwartung die Daten nicht Bit-perfect verarbeitet, spielten theoretische Nachteile der per se verlustbehafteten Bluetooth-Connection eine nachrangige Rolle.

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