Auf der tadellos gebürsteten Aluminiumfront des SV-200 findet sich der Eingangswahlregler für analoge und digitale Signalquellen.

Bei der Verstärkerschaltung des SV-200 handelt es sich wie im Falle der größeren Modelle SV-237MK und SV-700 um ein hybrides Konzept, seine Vorstufe ist als Shunt-Regulated-Push-Pull-Design ausgelegt und mit zwei 6N1-Treiberröhren bestückt. Diesen chinesischen 6N1P-Derivaten sind Feldeffekt-Transistoren von Toshiba vorgeschaltet. Sie übernehmen die Vorverstärkung der Eingangssignale, die SRPP-Topologie mit den »spielfreudigen« Röhren dient lediglich dazu, den eingangs erwähnten Dampf zu machen und die Vorstufenschaltung in klanglicher Hinsicht »aufzupolieren«. Fans eines röhrentypisch geschmeidigen Mitteltonspektrums wird der SV-200 dennoch nicht enttäuschen – und wie unmittelbar er Diana Kralls Vortrag bei »The Night We Called It A Day« unter die Haut gehen lässt, sollte auch Verfechter bedingungsloser Linearität allemal beschwichtigen. Seien wir mal ehrlich: Wenn man bei einem sehr knapp kalkulierten Konzept allzu großen Wert auf Neutralität legt, kommt der »Anmachfaktor« meistens zu kurz.

Die Endstufe des SV-200 arbeitet im Gegensatz zur Schaltung seiner Teamkollegen im Class-A/B-Modus; vier Leistungstransistoren von Toshiba übernehmen hier die Verstärkung. Ein Ringkerntrafo speist die gesamte Schaltung, wobei separate Abgriffe für analoge und digitale Schaltkreise verwendet werden. Für die Pufferung kommen Elkos mit einer Gesamtkapazität von 13.600 Mikrofarad zum Einsatz. Analoge Tonquellen können über zwei mit vergoldeten RCA-Buchsen ausgeführte Eingänge angeschlossen werden; außerdem stehen auf analoger Seite ein Tape- und ein Vorstufenausgang zur Verfügung, der zum Anschluss eines Subwoofers oder für den Betrieb mit separaten Endstufen, wie beispielsweise den ebenfalls zur TubeLine gehörenden Class-A-Monoblöcken SP-T700, genutzt werden kann. Ganz auf sich allein gestellt, hatte der SV-200 allerdings keine Mühe, die Dali Epicon 6 anzusteuern. Wer einen Plattenspieler betreiben möchte, ist dagegen auf externe Hilfe angewiesen, denn ein Phonomodul wäre schwerlich in einem so eng gesteckten Preisrahmen unterzubringen – und schließlich hat Vincent mit der PHO-701 eine passende Spielpartnerin im Angebot.

Maximale Worttiefe

Für digitale Tonquellen hält der SV-200 mit einer Koaxialbuchse und einer optischen TosLink-Schnittstelle zwei Eingänge im S/PDIF-Format bereit, auf einen USB-Eingang muss man jedoch verzichten und gegebenenfalls auf den DAC-7 zurückgreifen. Dieser Umstand dagegen dürfte hauptsächlich der Orientierung an klassischen HiFi-Komponenten geschuldet sein, denn auch die beiden größeren TubeLine-Verstärker beschränken sich auf zwei S/PDIF-Ports. Das integrierte Digital-Analog-Wandlerteil des SV-200 verarbeitet über diese beiden Digital-Eingänge PCM-Datenströme mit einer maximalen Worttiefe von 24 Bit und einer Abtastrate von bis zu 192 Kilohertz. Dabei decken die unterstützten Dateiformate jeden gängigen Bedarf ab: Neben Musikfiles, die in den unkomprimierten Formaten AIFF und WAV gespeichert sind, können verlustfreie FLAC-Dateien sowie die komprimierten Formate MP3, WMA, APE und AAC abgespielt werden. Darüber hinaus nimmt der SV-200 auch mehrkanalige AC3-Dateien an. Gleich zu Beginn der Hörtests muss sich der Proband an einer Elektro-Playlist messen lassen, die viele Stücke enthält, die eine gehörige Portion an Leistungsreserven erfordern.

Leuchtdioden sorgen bei dem Röhrensichtfenster für besonderen optischen Reiz. Der Umschalter an der Rückseite des Gerätes ermöglicht es, diese Beleuchtung zu dimmen oder abzuschalten.