Aus Sicht der Komponentennetzteile sorgt der PF-3 für die Wiederherstellung eines stabilen, sauberen Energieflusses, schafft also wieder ideale Arbeitssbedingungen. Entscheidend ist dabei: Die Wirkung solcher Maßnahmen ist immer kontextabhängig. In einem stark belasteten Stromnetz – etwa in urbanen Umgebungen oder Haushalten mit vielen elektronischen Verbrauchern – kann der Einsatz sich deutlicher bemerkbar machen. In anderen Situationen fällt er hingegen subtiler aus. Genau deshalb ist das Ausprobieren in der heimischen Anlage unerlässlich. Im Übrigen erklärt dieser Umstand auch die Bandbreite der Aussagen zur Thematik, die von »fällt kaum ins Gewicht« bis zu »ohne geht es gar nicht« reichen. Einsatzort und Anlage sind folglich entscheidend für die Wirkstärke der Netzoptimierer.
Der in silberner und schwarzer Ausführung erhältliche Sechsfach-Verteiler PF-3 bringt knapp drei Kilogramm auf die Waage, Gummifüße sorgen für Entkopplung und stabilen Stand. Auf der Front befinden sich zwei LEDs, eine zeigt den Betriebszustand an, die andere markiert den phasenverkehrten Anschluss des Verteilers. Sie darf also nicht (!) leuchten. Die sechs Schuko-Dosen sind mit einem »L« (steht für Phase) gekennzeichnet, sodass das Ausgleichsstrom-Niveau den kleinsten gemeinsamen Nenner hat. Viele Geräte verfügen inzwischen über Phasenmarkierungen; ist das nicht der Fall, hilft ein Messgerät beziehungsweise der kompetente Fachhändler bei der Ermittlung. Zwei der Ausgänge sind für Digitalgeräte wie Streamer und CD-Spieler gedacht. Sie verfügen über eine intensivere Filtercharakteristik, weil diese Geräte in vielen Fällen das Potential haben, selber Störungen ins Netz einzuspeisen. In Summe können Verbraucher angeschlossen werden, die zusammen nicht mehr als 300 Watt benötigen. Im Normalfall ist das mehr als genug, was ebenso für die verbleibenden vier Ausgänge mit einer maximalen Anschlussleistung von 1.900 Watt gilt. Diese Form der Praxistauglichkeit passt hundertprozentig zur Vincent-DNA.
Der Vergleich von Netzleisten ist zeitaufwändig und erfordert Konzentration. Als Konkurrent des PF-3 muss zunächst der klassische Haushaltsmehrfachverteiler mit seinem rot leuchtenden Netzschalter herhalten. Beide Leisten bestücken wir mit dem Netzkabel QED XT5, das ebenfalls die Kriterien hochwertig und preiswert erfüllt. Diese Maßnahme vermeidet das Umstecken – lediglich am Gerät selbst muss das Kabel getauscht werden. Wird der Verstärker an der Standardleiste betrieben, spielt er ein Stück weit heller und blutleerer, was sich insbesondere bei Orchestermusik bemerkbar macht; zudem verliert der Bass an Kontur und wirkt schwerfällig. Bei einer Fotografie würde man von Unschärfe und Farbfehlern sprechen. Kommt dann der PF-3 wieder zum Einsatz, gewinnen Bassläufe ihre verdiente Definition zurück, die Fokussierung von Details gelingt erheblich besser, und auch die Durchhörbarkeit des Klangbilds profitiert spürbar. Die Unterschiede sind tatsächlich vertikal und nicht horizontal einzuordnen, was der im Anschluss folgende Blindtest bestätigt. Wenn man nicht weiß, welche Leiste den Verstärker aktuell mit Strom versorgt, dann hört man die Unterschiede natürlich auch sofort, aber man muss dann die Entscheidung treffen, was der Klangqualität zuträglicher ist. Den PF-3 herauszuhören war nahezu ausnahmslos möglich.
Kurze Vergleiche von Komponenten verraten fast nie die vollständige Wahrheit. Manchmal reagiert die Wahrnehmung auf das Klangbild genau dann, wenn es nicht um konzentriertes Unterschiedshören geht. Da singt Diana Krall und spielt Klavier – und das kommt nicht bei allen gut an, meist mit der Begründung: »Das kann ich nicht länger als fünf Minuten ertragen.« Denn die Stimme hat Härten, und die Hämmer des Klaviers scheinen direkten Zugang zum Trommelfell zu haben. Die Musik der Kanadierin ist damit hervorragend geeignet, um Unterschiede bei der Stromversorgung aufzuzeigen. Kommt die Energie aus dem PF-3, gewinnt die Musik die notwendige Geschmeidigkeit: Störende Anteile verschwinden und das Klangbild lässt sich nun in angenehmer Harmonie intensiv genießen. Probieren Sie den Einsatz einer solchen Stromversorgung aus, nicht selten schwindet unmittelbar der vorher bestehende Wunsch nach neuen Komponenten.