Gleichzeitig fördert die Comete Ez jede Modulation ihres Vortrags deutlich zu Tage und lässt ihr dunkles Timbre beinahe irritierend natürlich klingen. Auch dem markanten, besonders kraftvollen Ausdruck von Ninet Tayeb zeigt sich die Comete Ez mehr als nur gewachsen, die israelische Sängerin scheint bei den Hardrock-Songs ihres Albums »Paper Parachute« extratief Luft zu holen. Überdies kann die Comete Ez bei »Subservient« dem Bass ordentlich Nachdruck verleihen und bleibt selbst bei den tiefen Oktaven knochentrocken und fest zupackend.

Stephanie Proot schlägt zartere Töne an, die belgische Pianistin spielt Beethovens »Mondscheinsonate« Nr. 14 in cis-Moll in einer bemerkenswert gelungenen Aufnahme des kleinen Klassiklabels Aliud Records. Die Comete Ez bildet hierbei die Dimension des Flügels mit der gleichen, nachgerade frappierenden Plastizität ab wie zuvor die Sängerinnen und kann zudem die Dynamik des Instruments tatsächlich realitätsnah vermitteln. Sie setzt eine solche Menge Energie derart mühelos frei, dass man mit verbundenen Augen nie auf die Idee käme, einen kompakten Schallwandler zu hören.

Souveräne Vorstellung

Zugleich löst sie feinste tonale Schattierungen auf und widmet sich dem sanften Fluss des Adagio sostenuto voller Feingefühl für rhythmische Akzente. Spätestens jetzt bedarf es für mich keiner weiteren Demonstration der außerordentlichen Güte dieser Monitorbox, aber warum sich länger zurückhalten, wenn man mit herausragenden Elektro-Stücken wie »Stay With Me« von Amelie Lens ihre Nehmerqualitäten ultimativ fordern kann? Die nachfolgende Synthiebass-Orgie war wirklich rücksichtslos laut, doch es genügt wohl zu sagen: Mit dieser souveränen Vorstellung hat die temperamentvolle Französin meinen Feuereifer für Kompaktlautsprecher vollends neu entfacht.

Amelie Lens liefert auf »Stay With Me« hochenergetischen Techno, der nicht sorgfältig konstruierten Lautsprechern sofort ihre Grenzen aufzeigt. Trotz rücksichtslosem Druck im Bass lässt sich die Comete Ez nicht aus der Fassung bringen.