Als Liebhaber qualitativ gehobener Musikreproduktion leben wir in großartigen Zeiten. Nie zuvor gab es so guten Klang für so wenig Geld. Gerade in Anbetracht ihres niedrigen Preises ist es beeindruckend, was viele moderne Verstärker leisten. Und dann der Komfort! Aktuelle All-In-One-Variationen sind vollgepackt mit Features und Funktionen, die keinen Wunsch mehr unerfüllt lassen. Doch solche gerne kompakten, häufig leichtgewichtigen Alleskönner passen nicht für jeden Kunden. So mancher HiFi-Freund will kein Streaming-Wunderland, keine Feature-Schlacht mit regelmäßigen Software-Updates, keine Menüführung via Touchscreen. Er möchte einfach nur einen schlichten Verstärker, der gut klingen soll und intuitiv zu bedienen ist: Eingang wählen, Lautstärke anpassen, Musik hören.

Hier kommt der T.A.C. T-22 ins Spiel. Dieser Verstärker ist ein Gerät der alten Schule. Der sehr alten Schule. Es basiert auf klassischer Röhrentechnik, was nicht verwundert, steht das Buchstabenkürzel T.A.C. doch für Tube Amp Company. Damit ist die Richtung klar definiert – hier sind Röhrenspezialisten am Werk. Die Firma T.A.C. ist Bestandteil des Portfolios der Sintron Distribution GmbH, als deren bekannteste Marken Dynavox und Vincent gelten.

Der T-22 ist mit 1.700 Euro für einen seriösen HiFi-Stereo-Röhrenverstärker moderat ausgepreist und erweckt gleich beim Auspacken den Eindruck, dass man einen sehr reellen Gegenwert für seine Investition erhält. Der Amp bringt mit fast 20 Kilogramm erhebliches Gewicht auf die Waage. Er wirkt durch die Gehäusetiefe von 35 Zentimetern bei einer Breite von 33 Zentimetern fast quadratisch, eher gedrungen bullig denn feingliedrig schlank. Die zehn Millimeter dicke Frontplatte aus Aluminium unterstreicht die solide Ausstrahlung ebenso wie die beiden einzigen Bedienelemente (Volume/Selector). Der Quellenwahlschalter reagiert genauso wie man es aus der goldenen HiFi-Ära gewöhnt ist: Satt, mit einem definierten »Klack« bestätigt er die getätigte Wahl, unterstützt von einer Reihe kleiner LEDs.

Das in Deutschland entwickelte und in China gefertigte Gerät kommt von Haus aus mit einer genau auf den Verstärker abgestimmten Röhrenausstattung. Alle Glaskolben stammen aus russischer Fertigung. Im Vorstufenbereich wirken pro Kanal je zwei 6N3-Doppeltrioden. Sie sorgen für die Pegelanhebung des Eingangssignals und generieren das invertierte Signal, welches die mit zwei EL34-Röhren pro Seite bestückte, symmetrisch anzusteuernde Gegentaktendstufe benötigt. Der T.A.C.-Verstärker arbeitet auf Basis einer »Ultralinear«-Schaltung. Hierbei wird ein Mittelabgriff des Ausgangstrafos auf das Schirmgitter der Pentode zurückgeführt. Diese Maßnahme soll den Klirrfaktor reduzieren, ohne die Bandbreite in Mitleidenschaft zu ziehen. Alle für den Klang relevanten Bauteile werden laut Aussage auf der Website von T.A.C. vor dem Einbau ausgemessen.