In punkto Technik überlässt Günther Nubert nichts dem Zufall: Alles ist berechnet, simuliert, gemessen, gehört und für gut befunden, bevor es über die Ladentheke geht. In der WS-201 haben zwei zehn Zentimeter große Tiefmitteltöner und eine 19 Millimeter große Gewebekalotte das O.K. des Entwicklungschefs bekommen. In den beiden 10er-Chassis schwingen Polypropylen-Membranen mit konkaven Staubschutzkalotten. Angetrieben von kräftigen Magneten sollen sie bis in den oberen Mitteltonbereich verzerrungsfrei arbeiten.
Darüber kommt eine kleine Seidengewebekuppel zum Einsatz. Die symmetrische Anordnung der Chassis und die parallele Ansteuerung der Tiefmitteltöner ergeben eine leichte vertikale Bündelung, was Boden- und Deckenreflexionen minimiert und mithin die Ortbarkeit maximiert. Man sollte jedoch darauf achten, dass die Ausrichtung des Hochtöners möglichst auf Ohrhöhe zeigt, ansonsten könnte die Tonalität nicht ganz ausgewogen sein. Dies gilt insbesondere für den etwaigen künftigen Ausbau zu einer Heimkinobeschallung mit fünf WS-201-Boxen.
Damit die Lautsprecher auch bei Partys keinen Schaden nehmen, spendierte Nubert sowohl den Chassis als auch der Weiche selbstrückstellende Sicherungen, die vor Überlastung schützen. Ungewöhnlich ist die Auslegung der WS-201 als geschlossene Box. Man hat zugunsten eines sauberen Grundtonbereichs bewusst auf eine tiefenunterstützende Bassreflexauslegung verzichtet und vertraut dafür der bassunterstützenden Wirkung der Rückwand bei der Wandmontage. Das aus MDF (Middle Density Fibreboard) gefertigte Gehäuse ist dank der kleinen Flächen extrem stabil und kaum resonanzanfällig. In die Rückseite des Gehäuses eingearbeitete Ösen erlauben eine einfache Wandaufhängung.
Da die Satelliten lediglich bis etwa 120 Hertz hinunter schwingen, ist für die highfidele Musikwiedergabe ein Subwoofer erforderlich. Der AW-441 aus der Nubox-Reihe passt sowohl preislich als auch optisch gut zu den Satelliten. Das nur 22 Zentimeter große Chassis ist auf extreme Hübe ausgelegt und wird von einer Bassreflexabstimmung unterstützt. Das trompetenförmige, nach unten gerichtete Reflexrohr soll nahezu keine Strömungsgeräusche aufweisen. Neben Line-Ein- und Ausgängen bietet der Subwoofer auch Hochpegel-Ein- und Ausgänge. Dazu gibt es Nuberts obligatorischen Softclipping-Schalter, der verhindert, dass bei hohen Basspegeln hörbare Verzerrungen auftreten. Außerdem lässt sich die Tiefbasswiedergabe zugunsten höherer Maximalpegel von 32 auf 38 Hertz begrenzen. Ein Subwoofer mit Vollausstattung also. Und die Herstellerdaten: Satte 29 Hertz untere Grenzfrequenz und 110 dB Maximalpegel sind für einen Subwoofer dieser Größe rekordverdächtig.