Sieht aus wie ein schlichtes Foto, ist aber das Cover des Albums „New York 2020“ von José James: tolle Songs zwischen Jazz, Soul und Rock – direkt live mit einer superben Band eingespielt.

Das Urteil ist schnell gesprochen, weil eindeutig. Sofort fällt auf, dass die neue B-40 merklich tiefer hinabreicht. Das war von Nubert so angekündigt und bestätigt sich definitiv. Fast noch interessanter ist die Tatsache, dass die neue große Kompakte der nuBoxx-Familie kohärenter agiert. Während sich beim Oldtimer der Hochtonbereich forsch in den Vordergrund drängt (worunter gerade die Mittenanbindung etwas leidet), klingt die B-40 in sich stimmiger, spielt mehr aus einem Guss, ohne dass Transparenz und Räumlichkeit das Nachsehen haben. Diese Aspekte offenbarten sich durchweg bei stilistisch sehr unterschiedlicher Musik. Sowohl im Falle treibender Elektronik (Yello: »Electrified II« aus »Toys« via Vinyl) als auch bei akustischem Afro/Folk (Ry Cooder & Ali Farka Toure: »Gomni« von der CD »Talking Timbuktu«) fiel das Verdikt gleich aus: Die Nubert-interne Wachablösung hat erfolgreich stattgefunden. Das belegt wieder einmal, dass die technische Entwicklung gerade im Lautsprecherbau mit hörbar besseren Resultaten stetig voranschreitet und selbst ein so verdientes Familienmitglied wie die nuBox 381 eines Tages den Staffelstab an die junge Generation übergeben muss.

Standboxen-Niveau

Wieder zurück in meinem heimischen Setup konnte die nuBoxx B-40 an qualitativ avancierterer Elektronik vollends zeigen, was in ihr steckt. Angetrieben von der i-fidelity.net-Referenz Musical Fidelity M6s PRE/PRX erhärteten sich die Eindrücke der vorherigen Vergleichssession »Alt gegen Neu«. Die Tiefton-Performance ist wiederum das Erste, was verblüfft. Dieses Maß an Substanz ist man von einer nominellen Regalbox einfach nicht gewohnt. So qualifiziert sich die B-40 für alle diejenigen, die eigentlich einen Standlautsprecher präferieren, diesen aber nicht stellen oder finanzieren können. Und das Bemerkenswerte daran: Der Bass reicht nicht nur tief hinab, er bleibt auch sauber, trocken und auf den Punkt. Das zeigte sich in beeindruckender Manier bei der basstechnisch äußerst komplex produzierten Single-Auskopplung »Eule« vom jüngsten Jan-Delay-Opus »Earth, Wind & Feiern«. Es klingt potent-muskulös, aber nicht schwammig-aufgedickt. Erfreulicherweise dominiert diese Fähigkeit aber nicht das Klangbild: Die tiefen Töne sind zwar »da«, begreifen sich aber als fundamentbildender Teil der Gesamt-Performance. Denn die weiteren Eigenschaften spielen auf dem gleichen hohen Niveau. Die Texte des Hamburger Meisternuschlers werden dank der guten Mittenauflösung vollends verständlich angeboten. Die Synthie-Bläser präsentiert die B-40 dynamisch auf Zack, während sich die Nile-Rodgers-Gedächtnisgitarre prägnant in die Gehörwindungen dreht.

Am Beispiel dieser »Paaaaardy«-Platte zeigen sich auch die erstaunlichen Nehmerqualitäten der Lautsprecher. Selbst bei supersattem Pegel bewegen sich die beiden nuBoxxen sicher durch das tonale Geläuf. Und am Ende wäre da ja noch die interne Sicherung, bei Nubert ein obligatorisches Feature. Aber bis diese anspringt, muss man es wirklich darauf anlegen wollen. Ich wollte nicht. Voraussetzung für den großen Spaß mit den B-40 ist allerdings ein stabiler und leistungsfreudiger Verstärker. Unter 50-Watt-Sinus pro Kanal sollte man bei der mäßig empfindlichen 4-Ohm-Box nicht ansetzen, in der Stromversorgung knapp dimensionierte günstige AV-Receiver müssen leider auch außen vor bleiben.

Im Aspekt Räumlichkeit bewegen sich die B-40 auf sicherem Terrain. Sie zeichnen keine überlebensgroßen Panoramen, verweilen eher im angemessenen Bereich einer stimmigen Darstellung, offerieren dabei eine gute Tiefenstaffelung. Bei dem »Live-im-Studio«-Album »New York 2020« von José James wird über die Nuberts deutlich, wie bewusst man sich dort teilweise in der Abmischung auf Gesang und Gitarre konzentriert hat, während beispielsweise die Keyboards nur leise zurückhaltend akzentuieren und das Schlagzeug deutlich versetzt im Background schießbudig rumpelt. Sehr angenehm auch, dass dank eines guten Rundstrahlverhaltens der Hörer nicht auf einen festen optimalen Sitzplatz »steingemeißelt« ist. Außerhalb des Sweet Spot bricht der Hörgenuss nicht signifikant ein. Das gibt am Ende noch einen Xtrapunkt für Alltagstauglichkeit.