Wer meint, aufgrund der Abstrahlcharakteristik der XQ20 braucht es keine Sorgfalt bei der Aufstellung, irrt gewaltig. In Verbindung mit der richtigen Elektronik löst die kleine KEF extrem gut auf. Davon darf man sich bei der Aufstellung nicht irritieren lassen. Wer hier Zeit und Muße hat, ein wenig zu experimentieren, wird hörbar belohnt. Apropos, wie spielt die XQ20 denn?
Den Hörtest absolvierte die kleine KEF mit durchweg kompetenten Partnern: Sowohl der Audionet-Player VIP G3 als auch der Vollverstärker McIntosh MA 6900 und das HMS Concertato-Lautsprecherkabel stehen außerhalb jeglicher Diskussion. Dass ein solcher Lautsprecher für ernsthaftes Musikhören stabile Ständer verdient hat, versteht sich von selbst. Dass er bisweilen auch in Bücherregalen oder Schrankwänden seinen Dienst verrichten muss, verraten die mitgelieferten Schaumstoffstopfen für die Bassreflexöffnung. Eine solche Zähmung der Tieftonanteile ist bei der XQ20 wirklich nur in derart ungünstigen Konstellationen nötig, daher lautet bei richtiger Platzierung der eindeutige Rat: Stopfen zurück in den Karton.
Bei der Aufstellung sollte man sich tatsächlich etwas Mühe geben, denn die kleine KEF dankt einem jede Zuwendung mit einer deutlich gesteigerten Performance. Da sich dies schon in den ersten Minuten abzeichnete, probierten wir einige Maßnahmen aus, die sich als so lohnenswert herausstellten, dass ihnen hier entsprechend Platz eingeräumt werden soll.
Zwar sind die KEFs nicht zu üppig abgestimmt, vertragen aber dennoch etwas Distanz zur Rückwand, da sie so am besten ihre Schokoladenseite, die phänomenale Räumlichkeit, präsentieren können. Bei uns erwies sich ein Abstand von einem knappen Meter als optimal. Die Basisbreite sollte nicht zu weit gewählt werden, da das Klangbild sonst etwas zerfahren wirkt. Eine kompaktere Aufstellung sorgt hier für einen deutlich griffigeren Klang. Letztlich waren die Lautsprecher bei uns auch nur ganz leicht auf den Hörplatz eingewinkelt – dieser Höreindruck bestätigte sich später auch in den Messungen.
Die Schaumstoffstopfen erwähnten wir schon – raus damit! Bleibt noch das Bi-Wiring-Terminal. Von Hause aus schon mit überdurchschnittlich guten Kabelbrücken ausgestattet, legte die KEF beim Einsatz von Phonosophies Bi-Wiring-Adaptern deutlich zu. So deutlich, dass ein nebenan im Fotostudio weilender Kollege schnell mal reinschaute, um zu erfahren, welche Veränderung denn diesen (sogar im Nebenraum vernommenen) Klangunterschied bewirkt habe. Da diese Adapter bei den XQ20 die Höhen um genau die richtige Prise entspannen, den Bass knackiger kommen und das gesamte Klangbild durchsichtiger werden lassen, möchte ich sie trotz des nicht unerheblichen Preises von 270 Euro/Paar als Muss bezeichnen. Mit ihnen spielt die KEF eine Klasse höher.