Schon seit über zwanzig Jahren dreht sich bei KEF alles um den hauseigenen Uni-Q-Treiber. Er symbolisiert die Kernkompetenz der Briten und ist integraler Bestandteil sämtlicher HiFi-Lautsprecher des Hauses – vom Flaggschiff Muon bis hinab zur Einsteiger-Serie Q. KEF hat mit dem Uni-Q-Prinzip eine Treiber-Technologie permanent weiterentwickelt, die überzeugende Vorteile vereint. Der wichtigste lautet: die Nähe zum Ideal einer Punktschallquelle. Da sich im Zentrum des Tiefmitteltöners anstatt der Staubschutzkappe ein Kalottenhochtöner befindet, arbeiten beide Töner aus der identischen akustischen Mitte heraus. Der koaxiale Ansatz von KEF vermeidet Laufzeitunterschiede, was Pluspunkte bei der Abbildungspräzision, der Ortung einzelner Instrumente sowie der generellen räumlichen Darstellung mit sich bringen kann. Durch einzelne Elemente wie die applizierte sternförmige Schallführung vor dem Hochtöner (»Tangerine Waveguide«) oder die charakteristische gerippte »Z-Flex«-Sicke werden die prinzipiellen Vorzüge im Abstrahlverhalten zusätzlich verstärkt.

Somit verspricht ein KEF-Schallwandler wie die von Grund auf neu entwickelte Q350 mit ihrer Uni-Q-Bestückung ein erweitertes Hörfeld auch außerhalb der optimalen Sitzposition durch besonders breit gefächerte und immer konsistent gleiche Darstellung des akustischen Geschehens. Homogenität und Natürlichkeit nehmen zu, weil richtungsabhängige Verfärbungen ausbleiben. Mit diesem koaxialen Konstrukt platziert man sich im Fall der Q350 bewusst gegenüber herkömmlichen Mehrweg-Konstruktionen, bei denen separate Lautsprecherchassis für Hoch-, Mittel- und Tiefton über die Schallwand verteilt sind.

Dass ein aus rund zwanzig Bauteilen bestehender, dermaßen komplex konzipierter Lautsprechertreiber wie der Uni-Q naturgemäß einen sehr hohen Kostenfaktor darstellt, liegt auf der Hand. Als Folge bleibt bei limitiertem Entwicklungs-Budget mit dem Ziel ambitionierter Einsteigerklasse wenig Spielraum für preistreibende Extravaganzen und jedwedes Zierrat. Deswegen beschränkt man sich auf gewöhnliches Single-Wiring an einem wenig repräsentativen Anschlussfeld. Auch auf optische Auffälligkeiten wird verzichtet zugunsten eines soliden, aber schlichten rechteckigen MDF-Gehäuses. Diese Kostenoptimierung muss aber keinesfalls zwangsläufig billig wirken, sondern kann auch auf inspirierte und durchdachte Art erfolgen. Den Designern der Q-Serie ist es gelungen, eine moderne Formensprache zu finden, die diesen notwendigen Aspekt der Reduktion mit Hilfe einer gediegen wirkenden, reflexionsarmen Satin-Matt-Folierung und der fugenlos inszenierten Frontpartie in sehr ansehnliche Lautsprecher transformiert. Lediglich der kleine KEF-Logo-Block am oberen Ende sorgt für Aufmerksamkeit, der Rest hält sich gelassen sachlich zurück. In ihrer ausgeprägten Kantigkeit orientiert sich die Q-Linie  erfolgreich an den hochpreisigeren Reihen R sowie Reference und bleibt visuell eindeutig der KEF-Familie verhaftet.

Über die rückwärtige Bassreflex-Öffnung kann durch ein mitgeliefertes, zweiteiliges Schaumstoff-Element der Tieftonanteil bei Bedarf durchaus substanziell beeinflusst werden. Das Anschlussfeld ist schlicht funktional gehalten und erlaubt wahlweise die Verbindung über lose Kabelenden oder Bananenstecker.