Wenn der Verstärker physisch brummt, gibt es ein Problem bei der Spannungsversorgung und ganz offensichtlich Handlungsbedarf. Anders sieht es aus, wenn das Klangbild nicht hundertprozentig fokussiert ist und Instrumente und Stimmen eher auf einem grauen statt eines schwarzen Fundaments stehen. In beiden Fällen können zwar geringe, aber dennoch schädliche Gleichstromanteile auf dem Wechselstromnetz die Ursache sein. Wo kommen die denn bitte her? Es war Anfang der 90er-Jahre, als Dieter Burmester auffiel, dass seine Verstärker tagsüber nicht die Klangqualität entfalten konnten, die sie in den späteren Abendstunden hatten. Auch hier tauchten bei der Ursachenforschung Gleichstromanteile im Netz auf, verursacht durch Elektrowerkzeuge und den Klassiker Haarföhn, der mit halber Heizstufe betrieben wird. Daraus resultieren unsymmetrische Lasten, die als Ursache in Frage kommen. Burmester entwickelte daraufhin den Power Conditioner 948, der über eine aktive DC-Unterdrückung verfügt, die – zur Beruhigung aller Skeptiker – ein- und ausgeschaltet werden kann. Bis heute staunen Hörer über die Wirksamkeit.
Und wie sieht es heute mit dem Stromnetz aus? Es ist nicht besser geworden, im Gegenteil. Hinzugekommen sind weitere Störfaktoren wie Übertragungen von Netzwerkpaketen über die Kupferleitungen, Schaltimpulse für Ampeln, LED-Lampen, Solar-Wechselrichter, die von Photovoltaik-Anlagen gespeist werden und schlussendlich die zahllosen Schaltnetzteile in unserem gesamten Elektrogeräte-Lebensumfeld. Sie alle sorgen dafür, dass sich Gleichstromanteile huckepack auf den Wechselstrom begeben und im schlimmsten Fall zu hörbarem Brummen des Transformators führen oder zu klanglichen Beeinträchtigungen, die man nicht unbedingt sofort bemerkt, weil es keinen Vergleich gibt. Und um eben diesen Vergleich geht es. Ändert sich etwas, wenn ein Gleichstromblocker vor dem Verstärker sitzt? Was tut sich, wenn er vor der Netzleiste sitzt? Der britische Stromversorgungsspezialist IsoTek hat zu diesem Zweck zwei neue Modelle im Programm, die sich in ihrer Leistung durch die maximale Stromstärke unterscheiden, die durchgelassen wird. Die 10-Ampere-Ausführung ist mit 599 Euro gut 100 Euro günstiger als die 16-Ampere-Version. Dazu braucht man noch ein vernünftiges Anschlusskabel, beispielsweise das zum Preis für 199 Euro erhältliche und empfehlenswerte IsoTek EVO3 Premier.
Wer die IsoTek-Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte verfolgt hat, weiß, dass die Generation »V5« ein echter Meilenstein ist. Man geht ja oft davon aus, dass die Entwicklungsschritte zwischen den Generationen ähnliche Größe haben. Das stimmt in diesem Fall nicht, die Fünfer-Modelle haben einen deutlich größeren Schritt nach vorne gemacht als die vorangegangenen Komponenten. Natürlich ist es unser Anspruch herauszufinden, was die Gründe dafür sind. Deshalb hat i-fidelity.net mit IsoTek-Geschäftsführer Keith Martin ein Interview geführt (Seite 4). Immerhin war der Brite auskunftsfreudiger als der V5 Syncro Uni, der trotz einiger Bemühungen den Blick auf sein Inneres nicht preisgibt – IsoTek möchte halt nicht kopiert werden. Was wir wissen, ist, dass die Innenverkabelung aus versilberten Kupferleitungen besteht und in puncto Aufbau dem der IsoTek-Netzkabel entspricht. Dann sorgt eine Schaltung dafür, dass Gleichstromanteile bis zu vier Volt perfekt gefiltert werden. Hochfrequenzanteile, die sich auf der Leitung befinden, kommen ebenfalls nicht durch, sie werden in Wärme umgewandelt.