• Seite 1
  • 2 8
  • Laborbericht
  • Testfazit
Die Focal Electra 1038 Be II ist bei ihrer beachtlichen Größe eine echte Formschönheit geworden.

Einen Lautsprecher zu bauen, ist eigentlich nicht schwer. Man braucht ein Gehäuse, Chassis und eine Frequenzweiche. Über das Qualitätsniveau bestimmt der Einkaufspreis für die Bauteile – fertig. Damit haben wir »einen« Lautsprecher. Jetzt gilt es, um Stereowiedergabe möglich zu machen, einen zweiten, technisch nahezu identischen Lautsprecher zu bauen. Es ist absehbar, dass an dieser Aufgabe die meisten scheitern.

Also, nochmal von vorne. Einen guten, wirklich guten Lautsprecher zu bauen, ist richtig schwer. Das schränkt den Kreis der echten Könner stark ein. Dass das französische Unternehmen Focal zu dieser Riege gehört, ist seit Jahrzehnten bekannt. Man weiß, dass in St. Etienne erstklassige Lautsprecher gebaut werden, da läuft man schonmal Gefahr, in der Alltagsroutine gar nicht mehr aufzuhorchen, wenn eine neue Serie bereit steht oder eine bereits etablierte Baureihe überarbeitet wird. Hätte nicht Focal, sondern ein ambitioniertes Newcomer-Unternehmen die neue Standbox Electra 1038 Be II auf den Markt gebracht – das Rascheln im Blätterwald wäre sicher vernehmlicher ausgefallen.

Aufwachen, da tut sich was

Im Falle dieses Lautsprechers lohnt es sich auf jeden Fall, die Ohren zu spitzen. Denn Focal ist mit der überarbeiten 1000er-Be-II-Serie ein fantastischer Wurf gelungen. In jeder Hinsicht.

Ein Lautsprecher kann auch Möbelstück sein. Sollte er sogar, wenn er im Wohnzimmer aufgestellt wird. Also muss das Design stimmen. Wenn hauseigene Kapazitäten hierfür nicht reichen, holt man sich einen professionellen Partner ins Boot. Bei Focal forcierte man deshalb die Zusammenarbeit mit Pineau & Le Porcer, einem Design-Büro in Paris mit beachtlicher Referenzenliste, wo die zeitlos-edle und wirklich formschöne Hülle für die Electra 1038 Be II entstand. Kunden haben die Wahl zwischen vier Gehäuseausführungen: »Champagne« (helles Kirschholz) und »Basalt« (dunkles Kirschholz), ferner die Hochglanz-Lackierungen »Slate Grey« (Dunkelgrau-Schwarz-Ton) und »Weiß«. Da hat man wirklich die »Qual der Wahl«, denn jede Farbgebung hat ihren besonderen Reiz.

Anders als eine Box

Erfasst man lediglich die nackten Gehäuse-Eckdaten wie beispielsweise 1,26 Meter Bauhöhe oder einen guten Zentner Gewicht, dann müsste nach aller Erfahrung vor dem geistigen Auge des Betrachters ein Klotz entstehen. Ein Plattenbau, der Musik machen kann. Doch weit gefehlt: Die linke und rechte Seitenwange der 1038 Be II stellen Bodenkontakt her. So entsteht der Eindruck, als würde der Lautsprecher einige Zentimeter über dem Boden schweben. Dieser Effekt sorgt für einen besonderen optischen Reiz.

  • Seite 1
  • 2 8
  • Laborbericht
  • Testfazit