Genauer anschauen sollte man sich jedoch ruhig noch einmal das ausgereifte Konzept der BS 283.2, die als Zweiwegesystem mit Bassreflex-Abstimmung konzipiert ist. Deren strömungsoptimierte Ventilationsöffnung ist mittig in den Korpusboden eingelassen und somit nach unten gerichtet wirkend. Kleine, an den Gehäuseecken platzierte Streben verbinden die ab Werk montierte Bodenplatte mit dem Korpus und geben dem Reflexvolumen den nötigen Abstand zum Ausatmen. Die durch diesen einen Zentimeter hohen Freiraum abgestrahlte Schallenergie regt den Raum gleichmäßig an und erleichtert daher die Aufstellung der Box, sei es im Regal oder auf den optional erhältlichen Stativen LS 60.
Der für die Schallwandlung des Tief- und Mitteltonbereichs zuständige, fünfzehn Zentimeter durchmessende Konustreiber ist mit der bewährten, zuletzt für die erste Solano-Serie modifizierten Aluminium-Sandwich-Membran ausgestattet, die entwickelt wurde, um zugleich eine geringe bewegte Masse und möglichst hohe Verwindungssteifigkeit zu erreichen. Ihr Kern wird aus Zellstoff gefertigt, der mit seiner hohen inneren Dämpfung den Gegenpol zur Eigenresonanz der außen liegenden Aluminiumschicht bildet. Diese ist an genau definierten Punkten mit der Zellstoffschicht verklebt und verleiht der zweilagigen Membran die nötige Stabilität, um auch bei längeren Hüben in Form zu bleiben. Darüber hinaus sollen ein strömungsoptimierter Aluminium-Chassiskorb und ein kräftiges Antriebssystem mit großer Schwingspule diesen Treiber dafür wappnen, einen recht breiten Frequenzbereich unterhalb von 2,4 Kilohertz wiederzugeben.
Grundsolide ist auch der dickwandige MDF-Korpus, der mit internen Verstrebungen zusätzlich versteift wird. Unter dem Stichwort ansonsten bewährter Technologie lastet großer Erwartungsdruck auf dem neuen JET-Hochtöner, immerhin muss er das Etikett »Solano 2.0« rechtfertigen. Schon ohne dies wäre allerdings eine neue Generation dieses ursprünglich von Dr. Oskar Heil für den Einsatz in Telefonen (!) entwickelten Air-Motion-Transformers alles andere als ein Nebenschauplatz, insbesondere weil keine andere Schlüsseltechnologie für Elac derart zentrale Bedeutung erlangt hat. Diese ist ebenso wie der in Kiel stetig weiterentwickelte »Elac Jet Emission Tweeter« als solcher historisch gewachsen, und eingedenk des bevorstehenden dreißigjährigen Jubiläums des Elac JET lohnt ein Blick auf seinen Werdegang. Dessen Anfang ist eng verwoben mit der Auflösung der Firma A.R.E.S., von der Elac Anfang der Neunziger die Rechte am AMT übernommen hatte. Die illustren Umstände zu schildern, die Elac damals mit den Vorgängen rund um A.R.E.S. in Berührung brachten und die Verantwortlichen bewogen, ihr Augenmerk auf diese Technologie zu richten, würde hier zu weit führen; gesagt sei an dieser Stelle nur so viel: Das Unterfangen fußte auf einer günstigen Gelegenheit und hatte anfangs experimentellen Charakter. Denn zunächst war gar nicht klar, ob sich der AMT so weiterentwickeln lässt, dass er sich für HiFi-Lautsprecher eignet. So hinterfragten Michael Heinz und Rolf Janke jedes Detail und testeten unterschiedliche Anordnungen der Neodymstäbchen im Antriebssystem, wobei vor allem Resonanzen den Ingenieuren Kopfzerbrechen bereiteten.