Irgendwann gibt es allerorten einen Zeitpunkt, an dem neue Produkteinführungen wenig Sinn machen, weil die Entwicklungsabteilung gerade schlicht und ergreifend dafür keinen Stoff liefern kann. Die Frage ist dabei natürlich immer, ob vorwiegend die tatsächliche Verbesserung im Vordergrund steht oder ob man sich dem Druck der Marktgesetze beugt. Wenn Fachhändler oder Investoren nach Neuheiten rufen, kommt manches Mal nur alter Wein in neuen Schläuchen dabei heraus. Immerhin ist Innovationskraft naturgemäß über einen bestimmten Zeitraum betrachtet limitiert, und wenn in rekordverdächtig kurzen Zyklen wesentliche Neuerungen angepriesen werden, führt dies unweigerlich zu einem Schluss: Das zuvor Angebotene war nicht ausgereift. Daher kann man sich als audiophiler Musikliebhaber angesichts einer Überarbeitung eines vor ein oder zwei Jahren eingeführten Produkts häufig entspannt zurücklehnen.

Gleichwohl ist es legitim, auch geringfügige Modifikationen in neue Modelle einfließen zu lassen, schließlich ist High Fidelity per definitionem (auch) mit dem ständigen Streben nach klanglicher Optimierung befasst. Entscheidend ist an dieser Stelle wie so oft die richtige Balance; nicht zuletzt, um die eigene Glaubwürdigkeit zu wahren. Nun hat gerade Elac innerhalb der letzten sechs Jahre mit schöner Regelmäßigkeit, teils in kürzeren Zeitabständen, neue Serien und Aktualisierungen von Produktlinien auf den Markt gebracht, doch selbige hatten immer einen direkt nachvollziehbaren Anlass: Mit den kompakten Aktiv-Lautsprechern Debut ConneX und den preisgünstigen passiven Debut-Modellen wollte man neue Marktsegmente erschließen. Darüber hinaus hatten die Verantwortlichen mit einer Renovierung des Kernportfolios neuen Entwicklungen und gestalterischen Ansätzen Rechnung getragen. Im Zuge dessen war auch die Solano-Serie, de facto als Nachfolge der Linie 200, mit überarbeiteten Konustreibern und frischem Design angetreten.

Genau diese beiden Aspekte bleiben bei den Modellen der zweiten Solano-Generation weitgehend unangetastet; sie präsentieren sich in klassisch rechteckiger Gehäuseform, wenngleich mit großzügig gerundeten Kanten versehen. Nur bei genauerem Hinsehen wird die leichte Wölbung der Schallwand erkennbar, die Kantenreflexionen minimiert. Die ausgezeichnete Qualität des Lackauftrags ist hingegen selbst bei der weißen Ausführung nicht zu übersehen und in dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich. Der Modellumfang dieser besonders umsatzrelevanten Serie, die den Einstieg in das Premiumsegment von Elac markiert, beschränkt sich nach wie vor neben dem hier vorstelligen Regallautsprecher BS 283.2 auf den Standlautsprecher FS 287.2 und den Center CC 281.2. Wer auf Dolby Atmos und markerschütternde Bassgewitter verzichten kann, hat damit alles zur Hand, was es für gepflegten Surround-Ton braucht – wer mehr will, findet mit dem hauseigenen Varro PS250-Subwoofer einen adäquaten Spielpartner. Der Wunsch nach Höhenkanälen ließe sich allerdings nur mit dem On-Wall-Dolby Atmos-Speaker aus der Debut 3.0-Serie erfüllen, aber über die Paarung von dessen Aluminiumkalotte mit dem neuen JET-Hochtöner, einzig im Dienste dieser Effektkanäle in Filmabmischungen, darf man sicherlich gelassen hinwegsehen.