Die Fertigung des Elac-Jet-Hochtöners ist nur in einer gelungenen Kombination aus Mensch und Maschine möglich. Hier sieht man, wie der Roboter die Bahnen verklebt.

Weiter geht es mit einem besonderen Kaliber: Auf »No Deal« zelebriert die Belgierin Melanie Di Biasio einen kammermusikalischen Jazz (»Not Jazz«) der sinistren Art, der höchste Anforderungen an die Glaubwürdigkeit der Schallwandler stellt. Die Wiedergabe über die FS 267 verblüfft zuerst durch eine immense Luftigkeit und Gelöstheit, die magische Stimme steht klar im Raum, für diese Sound-Architektur (und meinen persönlichen Geschmack) fast ein bisschen sehr weit vorne. Dabei bildet der Lautsprecher die Dreidimensionalität des Arrangements hervorragend ab, die Piano-Figuren verschwinden beim Titeltrack wie geplant Schritt für Schritt im Tunnel der Zeit. Das Schlagzeug klingt absolut natürlich und unkomprimiert, mit einem satten Druck beim Tritt auf die Kickdrum. Nicht minder füllend kommt auch der tieffrequent wühlende Moog-Bass zu Gehör.

Bass erstaunt

Dass die schlanke Schallwandlerin trotz der beiden relativ kleinen Tieftöner bezüglich ihrer Bass-Kapazitäten jeden Skeptiker überzeugt, zeigt sich auch bei den elektronischen House-Epen von Lulu Rouge aus dem Trentemöller-Umfeld. Auf deren 2008er-Album »Bless You« vermögen die langhubigen Chassis »untenrum« ganz erstaunlich zu schieben und dabei trotzdem auffallend präzise zu bleiben. Erst bei sehr ungesunden Club-Pegeln verliert die elegante Elac etwas die ausgeglichene Contenance. Aber das ist absolut okay: Sie würden mit Audrey Hepburn sicher gerne bei Tiffany's frühstücken, aber die Dame wohl kaum zum Motörhead-Auftritt ins schlammige Wacken lotsen, oder?

Dennoch ist die – übrigens auch in Weiß erhältliche – Elac durchaus kein Kind von Traurigkeit: Beim Titeltrack der ausgezeichnet klingenden Vinyl-Pressung »The Mack« von Willie Hutch treibt die FS 267 derart dynamisch nach vorne, dass es eine wahre Freude ist. Unbeeindruckt von diesem Schwung bleibt die stupende Auflösung stabil bestehen und stellt das famose Zusammenspiel von Gitarre und Bläsersätzen des Blaxploitation-Soundtracks äußerst delikat zur Schau. Und zwar auch schon bei leisen bis moderaten Lautstärken. Wer also in puncto Pegel viele Rücksichten nehmen muss, für den könnte diese Box auch deshalb ein heißer Kandidat zum Audio-Glück sein.

Musikalisch ein absolutes Juwel: Melanie Di Biasio mit »No Deal«. Übrigens klingt hier die CD besser als das Vinyl.