Ein spezielles Kabel, das mit vierpoligen Buchsen terminiert ist, versorgt vom Master ausgehend die Slave-Box mit Spannung und transportiert das Musiksignal gleich mit. Um sich dabei keine Qualitätsverluste durch Interferenzen einzuhandeln, sind die spannungsführenden Leitungen und die Audio-Leitungen innerhalb des Kabels isoliert. Ein Vorteil dieser Lösung: Mit dem guten alten Kabelweg kommt es keinesfalls zu enervierenden Aussetzern. Eine breitbandige Funkstrecke wirft zwar in der Regel keine Probleme auf, aber die physische Verbindung ist nun einmal eine definitiv ausfallsichere Angelegenheit. Zudem schränkt es den Komfort nicht ein, wenn die Musik per Kabel von der einen zur anderen Box übertragen wird, weil ein stromführendes Kabel zwischen den Lautsprechern ohnehin benötigt wird. Damit dennoch genügend Freiheitsgrad bei der Aufstellung der DCB61 gewährleistet ist, hat das Verbindungskabel eine komfortable Länge von drei Metern. Damit lässt sich immerhin eine Basisbreite von etwa zwei Metern realisieren, wenn man die typische Höhe moderner Möbel oder eines passenden Stativs auf beiden Seiten abzieht – bravo, eventuell überschüssige Länge lässt sich im Zweifelsfall immer galant verlegen. 

Der grundsätzliche Aufbau des Lautsprechers birgt keine Überraschungen, dokumentiert jedoch ein Bekenntnis zu klassischen Tugenden im günstigen Preissegment. Das solide MDF-Gehäuse ist in einer Wandstärke von zwölf Millimetern ausgeführt; rückseitig findet sich unterhalb des Gehäusedeckels eine schlitzförmige Ventilationsöffnung für die Bassreflex-Abstimmung. Der dahinter liegende, zweifach gefaltete Bassreflexkanal soll durch seine markante Form Strömungsgeräusche reduzieren. Der Hochtöner ist mit einer 25-Millimeter-Gewebekalotte ausgestattet und von einer Schallführung umgeben, die ein raumfüllendes, gleichsam fokussiertes Klangbild unterstützen soll und den Wirkungsgrad des Hochtöners erhöht. In erster Linie jedoch ist natürlich der für den Tief- und Mitteltonbereich zuständige 16,5-Zentimeter-Konustreiber dafür verantwortlich, dass die DCB61 gegenüber der kleineren Schwester über mehr Durchsetzungsfähigkeit verfügt. Die Membran dieses langhubigen Treibers wird aus Polypropylen hergestellt, um eine hohe Steifigkeit bei geringer bewegter Masse zu erreichen. 

Klingt satt und voluminös

Was dieses Chassis im Verbund mit dem Bassreflexsystem leisten kann, lässt sich mit einem grandiosen Techno-Track ausprobieren: »Stranger (To Stability)« von Dustin Zahn im »Podium Mix« von Len Faki. Retrospektiv wirkt dieser sechzehn Jahre alte Titel seiner Zeit voraus, mit konsequent minimalistischem Arrangement und treibendem, tanzbaren Beat, der damals bereits seit vielen Jahren aus der Mode gekommen war und gegenwärtig eine Renaissance erfährt. Ohne Umschweife geht es hier mit einem unwiderstehlich pumpenden Beat los, und die DCB61 legen sich ordentlich ins Zeug: Die Bassläufe reichen verblüffend tief herab, der rundliche Beat klingt satt und voluminös. Gleichzeitig wahren die kleinen Boxen – alles ist relativ – die Kontrolle und folgen dem Rhythmus mit agiler Spielfreude. Obgleich es dieser Musik entgegenkommt, wirken die DCB61 im Oberbassbereich allerdings wohlwollend, dabei lässt sich diesbezüglich mit der Funktion »XBass«, die auch per Fernbedienung schaltbar ist, noch eins drauf setzen. Sie hebt den Bassanteil merklich an und lässt die DCB61 zuweilen über sich hinaus wachsen, bei gehobener Lautstärke kommt so echtes Club-Feeling auf. Klar dürfte sein, dass es an dieser Stelle nicht um audiophile Wahrheitsfindung geht, vielmehr ist der Extrakick im Bass als Spaßfaktor anzusehen, der als solcher fraglos legitim ist.