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Anfang der 90er-Jahre, Berlin. Ein junger Musikstudent hat sich mit Konzerten und Musikschulstunden einen kleinen Stapel »Spielgeld« erarbeitet und erspart, nun soll das schöne Sümmchen in die gerade wachsende Stereoanlage fließen. Der Student, nennen wir ihn G., ist als Kind seiner Zeit entsprechend indoktriniert und sucht nach einem guten CD-Player. Zu tief sitzt die britische »Start at the beginning«-Regel, als dass er in Lautsprecher investieren könnte. Die  Zwischenfrage, warum es denn kein analoges Laufwerk werden sollte, ist berechtigt und auch leicht beantwortet: Als Musikstudent geht es ihm vor allem darum, viel Musik kennenzulernen, den aktuellen Klang der bedeutenden Orchester zu erleben. Und die Auswahl auf Polykarbonat war und ist nunmal deutlich größer als die auf Vinyl. Im Übrigen zieht G. auch heute noch die bessere Interpretation und das bessere Orchester der besseren Pressung vor.

Unser Musikstudent ist also auf der Suche und betritt einen damals durchaus angesagten Berliner HiFi-Laden. Nachdem er sein Ansinnen vorgetragen hat, eröffnet ihm der Händler, dass er lieber in ein paar Kabel investieren solle, einen anständigen Player würde es zu dem Preis nicht geben. Für den Berater existiert unterhalb des den studentischen Preisrahmen sprengenden Audionet Art kein High End. G. ist frustriert, verlässt den Laden und kauft sich eine Nikon F3 mit zwei netten Objektiven. Er wechselt für einige Jahre das Hobby.

Nun muss man dem Händler zugute halten, dass der von ihm favorisierte Audionet Art wirklich ein grandioser Spieler war und in der aktuellen Inkarnation auch noch ist – allein, er befand sich außerhalb des Kunden Reichweite. Und der hatte nicht die Möglichkeit, einen Tausender draufzulegen, und so wechselte er nicht den Laden, sondern gleich die Branche.

Hohe Qualität = Hoher Preis

Mit dieser kleinen Geschichte habe ich ein gängiges Vorurteil beschrieben, gegen das wir bei i-fidelity.net angehen wollen: Man kann nicht erst gut Musik hören, wenn man einen fünfstelligen Betrag investiert hat. Deshalb werden wir weiterhin neben den highendigen Technologieträgern auch günstige und im besten Sinne »preiswerte« Geräte suchen, damit die Einstiegsdroge in höchste Klangsphären, am Leben bleibt.

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