Als ausgewachsener Standlautsprecher bringt die Callisto 6 C rund 22 Kilogramm Gewicht auf die Waage.

Irgendwie haben wir uns längst daran gewöhnt, ständig von »modernen Anforderungen« an HiFi-Komponenten zu hören und zu lesen; dabei bleibt das Profil »zeitgemäßer« Gerätschaften schwammig. Wenn es um kabellosen Komfort geht, stellt sich für klangbewusste Musikhörer immer auch die Frage, wie gut sich der mit audiophilen Ansprüchen vereinbaren lässt. Aber die Zukunft der HiFi-Branche hängt auch von all den anderen ab, die eine möglichst naturgetreue Reproduktion nicht als Erstes auf ihrer Wunschliste haben, weil sie nie mit einem solchen Ansatz konfrontiert waren. Als Hersteller, der im klassischen HiFi-Segment beheimatet ist, hat sich Dali selbiger vorbehaltlos verschrieben und betreibt zwecks audiophiler Qualitätssicherung beachtlichen Aufwand. Das fängt bei der gewissenhaften Grundlagenforschungen an, auf der die intensive Entwicklungsarbeit beruht. Deren Ergebnisse werden anschließend fast ausschließlich am Firmensitz in Nørager gefertigt – auch an preisgünstigen Modellen finden sich nur wenige Teile, die nicht in Eigenregie entstanden sind.

Das Gleiche gilt übrigens auch für den Sound Hub: Bestimmte Baugruppen werden sinnvollerweise eingekauft, aber dessen Schaltungsaufbau und das Gerätekonzept stammen von den Elektronik-Ingenieuren bei Dali; die Endmontage findet ebenfalls im eigenen Werk statt. Eingedenk solcher Ambitionen ist klar, dass für Dali die Anforderungen an Lautsprecher im Zeitalter des »HiFi 2.0« im Grunde dieselben geblieben sind und klangliche Aspekte daher Vorrang vor funktionalen Merkmalen haben. Beste Voraussetzungen sind also dafür gegeben, klassische HiFi-Kultur und zeitgenössische Features in einer wirklich reizvollen Weise aufeinandertreffen zu lassen. Funktional bringt das Callisto-System alles mit, was man sich nur wünschen kann: Digitale Tonquellen finden über eine koaxiale und zwei optische Schnittstellen Anschluss, für analoge Tonquellen steht ein mit RCA-Buchsen ausgeführter Hochpegeleingang zur Verfügung. Darüber hinaus können mobile Player und diverse andere Geräte über eine Mini-Klinke im 3,5-Millimeter-Format angeschlossen werden. Bei der kabellosen Technologie setzt Dali auf Bluetooth 4.2 und stellt somit Kompatibilität zur breiten Masse potentieller Tonquellen her; der Verzicht auf eine zusätzliche Implementierung von Apple AirPlay ist völlig legitim.

Alle genannten Eingänge finden sich allerdings nicht an den Lautsprechern, sondern am Sound Hub: Diese Komponente bildet als digitaler Vorverstärker den Kern des Callisto-Systems. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass er nicht zwingend für den Betrieb der Callisto benötigt wird, alldieweil die über einen RCA-Hochpegeleingang verfügen, der ihre Ansteuerung durch einen konventionellen Vorverstärker ermöglicht. Aber es wäre viel zu schade, die Callisto nur als herkömmliche Aktiv-Boxen zu verwenden und somit auf viele Annehmlichkeiten zu verzichten: Der Sound Hub füllt die gängige Floskel von der »intelligenten« Schaltzentrale mit Leben; beispielsweise, indem er zuverlässig auf die genutzte Quelle umschaltet und sich automatisch einschaltet. Darüber hinaus bietet er Zukunftssicherheit dank zweier rückwärtiger Einschübe, die Steckmodule mit weiteren Schnittstellen aufnehmen können. Seitens Dali ist gegenwärtig ein BluOS-Modul erhältlich, mit dessen Hilfe ein Callisto-System auf einfachste Weise zum Mittelpunkt aller Streaming-Angelegenheiten wird.