Mit vollem Namen heißt der Verstärker FMJ A 29 G. Denn er ist Bestandteil der FMJ-Reihe des Hauses, die das audiophil gestimmte Publikum bedient. FMJ steht für »Faithful Musical Joy«, was als verbale Illustration der Zielgruppen-Ausrichtung etwas sehr bemüht wirkt. Das A erklärt sich einfacher: Arcam-Amps haben seit dem ersten A 60 im Jahr 1976 immer mit A begonnen. Die Nummer 29 positioniert den Verstärker zwischen dem gehobenen Einsteiger-Modell A 19 und dem Spitzenklasse-Verstärker A 39.

Bleibt noch das G. Es symbolisiert die exklusive Verstärkertechnologie von Arcam: Class-G. So bezeichnet der englische Hersteller einen Entwicklungsansatz, der die klanglichen Vorteile einer Class-A-Schaltung wie Linearität beziehungsweise Verzerrungsarmut anstrebt – aber ohne deren Nachteil mangelhafter Energie-Effizienz. Die Lösung: eine Signalverarbeitung in Etappen. Von Class-A über Class-A/B zu Class-G samt zusätzlicher Stromversorgung, die sich nur bei erhöhtem Leistungsbedarf zuschaltet. Das klingt stimmig, ist aber in der Praxis nicht ohne Tücken, weil die Übergänge harmonisch verlaufen sollen und die Schaltung sehr schnell sein muss, um zu entscheiden: Turbo ja oder nein? Arcam hat Jahre daran geforscht, diese Idee erfolgreich umzusetzen. Der A 29 ist der günstigste HiFi-Verstärker des Hauses, der auf dieser Technologie basiert. Durch das Class-G-Konzept erklären sich auch seine Leistungsdaten. Als Nennleistung gibt Arcam sehr konservativ 110 Watt an 8 Ohm an. In der Impuls-Spitze sind aber pro Kanal bis zu 175 Watt kurzzeitig verfügbar. Die i-fidelity.net-Messungen bestätigen diese Aussagen.

Auch wenn Arcam es könnte: Der A 29 ist bewusst frei von integrierten Digitalwandlern und Wireless-Features. Er bleibt ein Vollverstärker klassischen Zuschnitts. Das wird an den sieben analogen Hochpegel-Eingängen deutlich, die frontal mit jeweils einer eigenen Taste angesprochen werden. Dieses Bedienkonzept ist für mein Empfinden deutlich angenehmer in der Handhabung als die inzwischen gängigen Lösungen mit nur einer durchlaufenden Switch-Taste oder Drehknopf. Auch ein zusätzlicher Eingang für Magnet-Tonabnehmer wurde eingebaut – dieser muss allerdings einmalig durch kombiniertes Drücken der Tasten Phono und Balance aktiviert werden.

Durch eine reiche Palette an Ein- und Ausgängen ist der A 29 für alle Anforderungen bestens vorbereitet.