High End auch im Heimkino

Zeit für die Tester, mehr Bits herbeizuschaffen. Die DVD-Audio »XXL« von Gordon Goodwins Big Phat Band verspricht hierfür mit 5.1 Kanälen à 96 Kilohertz und 24 Bit und einem irrwitzig dynamischen und breitbandigen Surroundmix schnelle Hörergebnisse. Der Lexicon stellt wie gewohnt die Musiker der fetzigen Band greifbar plastisch in den Raum, die die Tester in etwa auf der Entfernung der Lautsprecher umzirkeln. Also: Umklemmen auf den SP32. Der rückt die Musiker wieder einen guten Meter dichter in den Raum. Nur die Surroundortung stimmte plötzlich gar nicht mehr und es stellte sich heraus, dass der SP32 bei zwei ankommenden Surroundkanälen auch nur zwei weiterreicht, weshalb im 7.1-Testaufbau die rückwärtigen Surrounds verstummten. Experimente der Tester und Rücksprache mit dem Hersteller bestätigten, dass die aktuelle Firmware-Version eine 7.1-Aufbereitung von 5.1-Signalen nur bei Dolby Digital per PLIIx zulässt und auch nicht, wie viele andere Prozessoren, das Signal der seitlichen Surrounds in die rückwärtigen spiegelt. In 7.1-Setups verschiebt sich die Abbildung daher mit reinen 5.1-Quellen ein Stück nach vorne. Reine 5.1-Lautsprecherkonfigurationen berührt dies nicht.

Nach den unkomprimierten kamen die komprimierten Formate an die Reihe. In den Berliner Teldec-Studios entstand Till Brönners audiophile Direktschnitt-Aufnahme »A Night In Berlin«, die in Dolby Digital 2.0 und 5.1 in 24 Bit plus DTS 96/24 auf DVD vorliegt. Der SP32 spielt diese mit Dolby Digital erwartungsgemäß, die mit Besen gespielte Snare zeigt eine feine Textur, Brönners Trompete schmeichelt mit feinem, warmem Timbre, die Klavieranschläge zeigen eine gute Attacke. Die Tester verblüffte aber das Klangbild beim Umschalten auf DTS 96/24, denn das Klangniveau blieb, wo Lexicon und Denon einen deutlichen Gewinn an Feinzeichnung und Ruhe gegenüber Dolby demonstrieren. Leider zeigt der SP32 nicht an, welches Sub-Format eines Codecs gerade aktiv ist, und obwohl die Bedienungsanleitung DTS 96/24 ausweist, kam der Eindruck auf, er spiele nur den DTS-Basis-Code. Wohl bemerkt: Es klang sehr gut, aber der sonst deutliche Gewinn gegenüber der Dolby-Spur blieb aus. Eine Gegenprobe mit anderen DVDs zeigte das gleiche Ergebnis. Mit dem Verdacht, er spiele überhaupt immer nur den Core, checkten die Tester DTS-ES 6.1-Signale von diversen DVDs – und die verarbeitet der Primare ganz problemlos.