In punkto Bildverarbeitung bietet der SP32 derzeit Standard-Kost. Wichtiger ist, dass die Kontaktqualität ausgezeichnet ist.

Das aktuelle Videoboard bietet zwar eine ausgezeichnete Performance, aber trotz seiner reichhaltigen Anschlüsse wenig Komfort: Analog und digital arbeiten völlig getrennt voneinander; das On-Screen-Display zeigt nur Analogausgänge. Alle Signale werden nur geschaltet, nicht gewandelt. Und drei HDMI-Eingänge dürften einigen Anwendern heute schon zu wenig sein. An digitalen Audioformaten fehlen dem Schweden nur die HD-Codes Dolby TrueHD und DTS-HD. Das ist eigentlich weniger schlimm, denn nach Norm sollten ohnehin die Player die Audiodecodierung vornehmen, denn nur so lassen sich alle Blu-ray Features uneingeschränkt nutzen. Der decodierte Datenstrom gelangt dann mit bis zu 7.1 Kanälen per unkomprimierter, verlustfreier PCM-Übertragung mittels HDMI in den Primare. Der Klangverlust bei PCM aus dem Player gegenüber Decodierung im Verstärker, wie er wegen hohem Jitteranteil (Taktungenauigkeiten) in preiswerteren Verstärkern und Receivern entsteht, tritt hier dank sorgfältigster Signalverarbeitung nicht zu Tage – die Nachrüstung des SP32 per späterem Upgrade ist eigentlich purer Luxus.

Leichte Einrichtung des SP32

Hat man den Primare erst einmal vollständig verkabelt, kann es mit dem Ausprobieren losgehen. Vorausgesetzt, man hat einen Bildschirm mit einem der analogen Ausgänge verbunden, denn sonst bekommt man das Menü nicht zu sehen, was lästig ist, hat doch das klare und dimmbare Frontdisplay eigentlich genug Zeichen und bietet Platz für eine zweizeilige Anzeige. Erst das Upgrade-Videoboard wird auch per HDMI das Menü darstellen. Das englische OSD selbst ist klar und knapp gehalten, etwas schmucklos, aber logisch und übersichtlich. Das gilt übrigens auch für die Bedienungsanleitung: Die Funktionsbeschreibung mit allen Grafiken findet auf gerade mal sieben (ja, wirklich nur sieben!) Seiten Platz. Das liegt an der klaren, knappen Beschreibung der Funktionen, an denen sich praktisch alle anderen Hersteller ein Beispiel nehmen sollten. Die beiliegende Primare-Systemfernbedienung hat nochmals eine gerätespezifische eigene Anleitung, die ebenso knapp und funktional gehalten ist. Auch im OSD täuscht die Schlichtheit der Aufmachung schnell über die erstaunlich weitreichende, tatsächliche Konfigurierbarkeit dieser Maschine.

Dass sich Eingänge frei konfigurieren lassen, ist heute fast schon selbstverständlich, für Non-HDMI-Audio aber einen Fall-Back-Eingang zuweisen zu können, nicht so ohne weiteres. Sperrt also beispielsweise ein DVD-Spieler seinen HDMI-Ausgang, weil er gerade eine SACD wiedergibt, schaltet der SP32 auf den Mehrkanal-Analogeingang. Auch das Bassmanagement, um das sich ein eigener Freescale DSPB56367 Processor kümmert, bietet Besonderheiten, lässt sich doch neben den üblichen Konfigurationen auch ein Modus »Double Bass« mit dupliziertem Bass einstellen, bei dem der Subwoofer auch die tiefen Frequenzen der eigentlich auf »Large« konfigurierten Frontlautsprecher erhält.