Das Innenleben des BD7004 ist aufgeräumt – ein Standard bei modern produzierten Geräten. Gut zu erkennen ist das gekapselte Blu-ray Laufwerk.

»Faithless – Live At Alexandra Palace« gilt seit Jahren als echter Killertest für das Videoprocessing, zeigt das Video doch trotz hoher Datenrate durch die vielen, schnellen Lichtwechsel schnell Klötzchen, Rauschen und andere Nebenprodukte der Verarbeitung. Doch auch diese Hürde nimmt der BD7004 ohne zu stolpern und verwandelt das Testkino in einen Konzertsaal. Einige Motive zeichnet der Marantz ein wenig flächiger als der knackigere, aber eher zum Rauschen neigende Denon DVD-Gegenspieler. Das darf man getrost als Patt werten, denn was besser gefällt, ist eher Geschmacksache. Die Audioqualität zeigt ein ähnliches Verhältnis wie zuvor bei CD, nur nicht so ausgeprägt.

Neue Disk: »Lee Ritenour – Overtime« wurde in HD gedreht, doch irgendein Spinner hat bei der Produktion bestimmt, dass die feinen hochauflösenden Bilder in Letterbox (4:3-Bild mit schwarzen Streifen) heruntergerechnet werden, also in das Format mit der geringsten Auflösung, die bei DVDs erlaubt ist. Auch hier zaubert das VRS-Processing des Marantz konturenscharfe, rauscharme und ruhige, gar plastisch wirkende Bilder auf die Leinwand. Und mit dem swingenden Spiel der Musiker in ihrem Studiokonzert ist der Player auch musikalisch wieder in seinem Element. Kann der BD7004 einen guten DVD-Spieler ersetzen? Das lässt sich ruhigen Gewissens mit einem »Ja« beantworten.

Über den Umgang mit Bildmaterial

Nun, einen Blu-ray Player wird er vermutlich nicht ersetzen müssen, denn die wenigsten Kunden kaufen bereits ihr zweites Exemplar. Nach dem schon erwähnten Firmware-Update handhabt der Neue diverse BD-Funktionen schneller als zuvor, dennoch liegt er in Sachen Einlesegeschwindigkeit und Verarbeitung von JAVA-Funktionen (komplexe Menüs und BD-Live) eher im Mittelfeld. Hier ist Sonys Playstation 3 bislang ungeschlagen, wenngleich einige erste Player, etwa von LG, in Sachen Speed aufzuschließen beginnen.

Mit zwei Filmen beschlossen die Tester, dem Charakter des Players auf die Schliche zu kommen. Zuerst kam das aktuelle, digital produzierte Werk »Iron Man« in die Laufwerke von Marantz und Sony. Die Playstation 3 erzeugt ein anerkanntermaßen gutes, auf Artefaktarmut getrimmtes Bild, das sehr ausgewogen, aber vergleichsweise soft wirkt. Das kontert der BD7004 mit subjektiv mehr Feinzeichnung und Tiefe im Bild. Im Ton spielt er gelöster und dynamischer als die Konsole, deren Sound eher an den Lautsprechern haftet. Spielbergs »Unheimliche Begegnung« von 1977 zeigt in der Abtastung des exzellent erhaltenen, analogen Film stets eine feine Körnung und realistische, knackige Farben. Wie in einer guten Kinoprojektion vermittelt der Marantz das Gefühl, man könne durch die feine Körnung förmlich hindurch in eine andere Welt sehen. Die PS3 scheint einen nicht unerheblichen Teil der Körnung fast wegzurechnen und wirkt vergleichsweise flächig. Das audiovisuelle Spektakulum des Filmhöhepunkts wirkt jedenfalls durch dem Marantz emotional höher als durch die Sony-Konsole. Also auch hier: Der immer noch meistverkaufte BD-Player macht außer in Sachen Geschwindigkeit keinen Stich gegen den neuen Spieler.

Gibt es denn gar nichts zu meckern? Doch, aber erfreulich wenig. Am ehesten ist da der rückseitige Lüfter zu nennen. Man muss sich schon ein paar Meter entfernen, um diesen in leiser Umgebung nicht mehr wahrnehmen zu können. Auch das Laufwerk macht bei Suchfunktionen und ähnlichen Lesezugriffen deutlich auf sich aufmerksam, war aber beim reinen, linearen Abspielen nicht mehr vernehmbar. BD-Live funktioniert nur, wenn eine SD-Karte mit mindestens einem Gigabyte Speicher eingelegt ist, geringere Kapazitäten ignoriert der Player. MP3 und WMA Dateien spielt der BD7004 brav ab, auch von SD-Card, leider zeigt er aber keine ID3-Tags, sprich man sieht nur den gekürzten Dateinamen, Song- und Albumtitel im Klartext kennt er nicht. Für die Fotowiedergabe gilt das ebenfalls. Die gekürzten Dateinamen helfen bei der Navigation oft nur wenig und er bietet keine Vorschau. Entgegen früherer Modelle liest der Marantz nun selbst große Fotos sehr flink ein und skaliert sie sehr fein. Per »Angle«-Taste lassen sie sich in voller HD-Auflösung quasi in Echtzeit bei Bedarf drehen.