Zur besseren Schallverteilung besitzt die Kalotte einen Hornvorsatz, der über exakt berechnete Riffelungen verfügt.

Zum Aufbau des 5.0-Systems werden die fünf Lautsprecher im Raum verteilt. Eine jeweils links und rechts vom Fernseher, der klassische Center kommt ungefähr auf einer Linie in die Mitte, zwei Boxen werden seitlich oder rückwärtig vom Hörer platziert, idealerweise mit einem Mindestabstand von einem Meter. Falls möglich sollten die Lautsprecher so frei wie möglich im Raum platziert werden. Enge Schrankwände sind ungünstig, weil hier nur die Möbel zum Mitschwingen animiert werden, was natürlich nicht gewollt ist. Ebenso ist darauf zu achten, dass die Front-Boxen mit dem Hörer ein annähernd gleichseitiges Dreieck bilden. Das bedeutet, dass die Distanz zwischen dem Hörplatz zum linken Lautsprecher ungefähr so groß ist wie die zum rechten Schallwandler.

Was sofort auffällt

Die Dali Spektor Vokal spielen angenehm warm. Wir starten nicht mit Musik, sondern mit einem Podcast, abgegriffen aus dem Internet über den AV-Receiver. Die Sprachverständlichkeit ist sehr gut, genauso wie wir das erhofft haben. Der Moderator und die Experten des »Computermagazins« auf B5 aktuell sitzen gefühlt direkt neben uns im Raum. Klar akzentuiert reden sie über die Zukunft des Smartphones und die neuen Möglichkeiten von Augmented Reality. Das Zuhören fällt deutlich leichter als bei einer Gesprächsrunde im Fernsehen ohne Zusatzboxen. Als Stimmen-Spezialist gelingt dem Vokal eine klare und verzerrungsfreie Wiedergabe, die dafür wichtigen mittleren Frequenzen arbeitet er präzise heraus mit einem angenehm großen Sweetspot.

Die Homogenität durch den fünffachen Einsatz desselben Lautsprechers macht sich auch beim Musikhören bemerkbar. Hier tanzt keine Box aus der Reihe. Man hat es schließlich mit fünfeiigen Zwillingen zu tun. Der Einstieg in John Miles’ »Music« ist geradezu prädestiniert für unser Quintett. Sich von der Dramaturgie her langsam steigernd, zunächst deutlich überlagert vom stimmlichen Anteil, zeigt die beliebte Ballade aus dem Jahr 1976: Unser Dali-Ensemble kann auch Musik. Diese klingt schön handgemacht, selbst in den schnellen Sequenzen wirkt es nicht so, als würden die Center dem Geschehen hinterherhecheln. Der räumliche Eindruck ist exzellent. Natürlich entpuppen sich die Spektor Vokal nicht als Kraftmonster. Zimmerlautstärke und etwas darüber ist kein Problem, in Sphären jenseits davon geht den Boxen dann aber allmählich die Puste aus. Auch im Bassbereich darf man konstruktionsbedingt keine Wunder erwarten. Trotzdem klingen die kompakten Lautsprecher sehr erwachsen und technisch ausgereift, meilenweit entfernt von dem, was das Preisschild klanglich erwarten lässt. Sparfüchsen empfehlen wir, ein Stereo-System mit nur zwei Spektor Vokal aufzubauen. Für Musik in kleineren Räumen reicht das vollkommen, die klanglichen Verfärbungen sind minimal. Wem unser Experiment zu gewagt ist: Natürlich hat Dali mit dem Spektor 1 als universeller Regalbox, dem Spektor 2, der sich auch als Front- oder Surroundlautsprecher eignet, und dem Spektor 6 als knapp einem Meter hohen Standlautsprecher absolute Experten im Sortiment, um ein preiswertes, aber klangstarkes 5.0-Set aufzubauen.