Was zusätzlich lobenswert ist: Canton hat seine Soundbar nicht mit Funktionen übersät, die eher verwirren als nutzen. Käufer einer Soundbar in diesem Preissegment beschränken sich in der Regel auf die Soundwiedergabe und einige wenige Zusatz-Features, die sich intuitiv ergeben müssen. Die Schlummerfunktion hilft beim Stromsparen. Wahlweise nach 15, 30, 45 oder 60 Minuten schaltet sich die Sound M von alleine in den Standby-Modus. Praktisch: Die Quellgeräte-Bezeichnung für einen Eingang kann man individuell ändern. Die Funktion »Lip Sync« wiederum hilft dabei, das von der Soundbar wiedergegebene Tonsignal bei Bedarf zu verzögern, um es an das Bild des Fernsehers anzupassen. Hilfreich sind darüber hinaus die Optionen, die maximal einstellbare Lautstärke zu begrenzen und mittels »DRC« (Dynamic Range Control) den Dynamikbereich bei codierten Datenströmen automatisch zu verringern, damit Lautstärkeunterschiede reduziert werden. Hat man einen zusätzlichen Subwoofer angeschlossen, kann man dessen Phasenlage von 0 auf 180 Grad ändern, sollte der Basspegel bei der Übergangsfrequenz zwischen Soundbar und Subwoofer signifikant zu niedrig erscheinen. Glücklicherweise mutet es Canton Benutzern der Sound M nicht zu, die genannten Funktionen im Zufallsprinzip zu erkunden. In der Anleitung wird alles ausführlich beschrieben.

Diese Einstellungen sind ideal

Wir lassen die Sound M zunächst ohne den zusätzlichen Subwoofer SUB 601 aufspielen. Und sind erstaunt, wie lebendig sich der gerade mal 72,5 Zentimeter lange Lautsprecher gibt. Mitten und Höhen sind angenehm ausgeprägt, die Bässe hingegen sind eher nur angedeutet (aber der SUB 601 steht bereits in den Startlöchern). Ob man sich für die Modi »Stereo« oder »Movie« bzw. »Music« entscheidet, hat enorme Auswirkungen auf die räumliche Abbildung. »Stereo« erzeugt einen sehr sauberen, aber engen Korridor, während die anderen beiden Einstellungen links und rechts den Vorhang fallen lassen und einen deutlich weiteren Klangkokon weben. Diese Einstellungen sind ideal, wenn man nicht alleine vor dem Fernseher sitzt und auch Zuschauer bzw. Zuhörer auf seitlichen Sitzplätzen tonal umhüllen will. Natürlich darf man hier trotzdem keine Wunder erwarten, für eine Großfamilie ist die Soundbar etwas unterdimensioniert, in diesem Fall sollte man beispielsweise zum Smart Sounddeck 100 greifen, das mit mehr Druck, Masse und Volumen eine deutlich fülligere Klangkulisse aufbaut.

Trotzdem kann man auch der Sound M bedenkenlos höhere Pegel entlocken, ohne dass diese zu unschönen Verzerrungen tendiert und merklich an Präzision verliert. Der Action-Klassiker »Need for Speed« stellt dies eindrucksvoll unter Beweis. Die kompakte Soundbar transportiert quietschende Reifen, aufheulende Motoren, den charakteristischen Sound einer Cessna und das metallische Scheppern aufsetzender Karosserien ungemein realistisch und füllig in die eigenen vier Wände. Effekte wie eine schlagende Tür oder eine Hupe hebt die Sound M recht plastisch hervor, der Druck des Schallwandlers ist gut. Auf ein noch höheres Level wird der TV-Ton katapultiert, wenn auch der SUB 601 seine Dienste zur Verfügung stellt. Dieser benötigt lediglich Strom, die kabellose Verbindung per Funk zur Sound M baut er automatisch auf. Dies klappte im Test immer mit hundertprozentiger Zuverlässigkeit.

Actionreiche Handlungen untermauert das Ensemble jetzt deutlich satter und kräftiger. Der SUB 601 agiert nicht plump und ist nicht auf bloße Effekthascherei aus. Vielmehr legt er einen natürlichen und angenehm dicken Tieftonteppich aus. Dabei agiert der 8,5 Kilo schwere und mit 27 x 33,3 x 29,5 Zentimeter super kompakte Downfire-Tieftöner mit einer Musikleistung von 280 Watt erwachsen und souverän, aber dennoch Mehrfamilienhaus-freundlich. Er greift da ein, wo es sinnvoll ist, spielt sich nicht permanent in den Vordergrund und ist für 479 Euro eine absolut sinnvolle Investition. Canton bietet den SUB 601 in Schwarz und Weiß an, allerdings nicht in Seidenmatt, sondern in hochglänzend. Beim Bluetooth-Streaming von Musik begeistert das Duo ob seiner spielerischen Leichtigkeit. Ob Klassik, Schlager oder Pop, die kleine Soundbar klingt nie angestrengt, intoniert luftig und stets gut gelaunt – und das überträgt sich glücklicherweise auf den Hörer. Selbst aus einem durchschnittlichen 65-Zöller holt die Sound M klanglich mehr heraus.