Erinnern Sie sich noch an die 80er? Was durfte da in keinem Keller eines Einfamilienhauses fehlen? Richtig, dunkle Holzpaneele, schummriges Licht, Mettigel, bunte Käsespieße, gefüllte Eier, Partyhits von Alphaville und Bon Jovi und natürlich die klassische Kellerbar aus heutiger Sicht im Vintage-Stil. Hier wurde getrunken, gefeiert, gelacht und getanzt. Die gute alte Kellerbar hat inzwischen immer öfter ausgedient. Sie musste Fitnessraum, Tischtennisplatte oder Sauna weichen. Eine Etage weiter oben, im Wohnzimmer, hat sich hingegen seit einigen Jahren eine andere Bar hartnäckig eingenistet: die Soundbar. Dem Analysten Global Market Insights zufolge soll der weltweite Markt für die schlanken TV-Lautsprecher von einem Umsatzvolumen von 7,9 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr auf 17,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2034 wachsen. Die Analysten gehen von einer jährlichen Wachstumsrate von 9,2 Prozent aus. Von solchen positiven Zahlen können andere Bereiche der Unterhaltungselektronik nur träumen. Speziell die Unterstützung dreidimensionaler Audio-Technologien wie Dolby Atmos und DTS:X machen Soundbars so beliebt. 

Falls Sie ebenfalls mit dem Gedanken spielen, Ihren TV-Sound unkompliziert aufzupeppen, an dieser Stelle noch ein Tipp: Überlegen Sie vorher, ob Sie in eine Soundbar oder in ein Sounddeck investieren. Technisch bestehen keine Unterschiede zwischen einer länglichen Soundbar und einem flachen Sounddeck, Canton hat beide Typen im Portfolio. In beiden Systemen arbeiten eingebaute Verstärker und mehrere Lautsprecherchassis. Während allerdings eine Soundbar vor den Fernseher gelegt werden sollte oder unter dem TV-Gerät an die Wand montiert werden kann, werden Sounddecks unter den TV-Fuß gestellt. Durch ausgefeilte DSP-Programme generieren Soundbars und Sounddecks einen virtuellen Surroundsound, der ein mehr oder weniger realistisches, umhüllendes Klangfeld vermittelt. Für natürliche Klangergebnisse sollten Fernseher und Soundbar immer auf einer Achse platziert werden. Sinnvoll ist es, die Wohnzimmerwand als Reflexionsfläche zu benutzen. So kann man sicher sein, dass einzelne Frequenzbereiche sauber zur Geltung kommen. Ist der Fernseher an der Wand montiert, sind Soundbars dank flacher Bauart und integrierter Wandhalterungen für diese Anwendung perfekt. Sounddecks hingegen erleichtern die Aufstellung, da sie komplett als Unterstell-Box unter dem TV-Gerät platziert werden. So verdecken sie weder das Sichtfeld noch den Infrarotempfänger.

Die von uns getestete Canton Smart Soundbar 10 der zweiten Generation mit acht Lautsprechern und einer 2.1.2-Konfiguration mit Upfiring-Chassis für Dolby Atmos eignet sich nicht dafür, um einen Fernseher direkt auf dem Lautsprecher zu platzieren. Man legt diese entweder vor den Flat-TV auf das Sideboard oder montiert sie an der Wand, zwei Schlüssellochhalterungen sind in die Rückseite eingelassen. Das Dreiwege-Bassreflexsystem leistet 300 Watt und ist 99 Zentimeter lang. Mit 10 Zentimeter in der Tiefe und 6,4 Zentimeter in der Höhe fällt die 5,7 Kilo schwere Soundbar angenehm schlank aus. Canton verkauft den Schallwandler wahlweise in Schwarz oder Weiß, jeweils in einer seidenmatten Ausführung. Ein optischer Leckerbissen ist die Glasplatte auf der Oberseite, die der Soundbar 10 das Flair eines Möbelstücks verleiht und jedweden kalten technischen Charakter nimmt. Die Glasplatte reagiert zudem weniger empfindlich auf Kratzer und Fingerabdrücke als beispielsweise eine Oberfläche aus dunklem Klavierlack. Die Kanten des Gehäuses aus MDF (Mitteldichte Faserplatte) sind abgerundet, der gesamte Korpus ist super verwindungssteif und stabil. Vier kleine Filzfüßchen schützen empfindliche Oberflächen. Die Front ziert eine Metallblende, dies trifft auf der Oberseite ebenfalls an zwei Stellen zu. Hier sind die beiden Dolby-Atmos-Lautsprecher eingebaut, die die Klangfülle deutlich steigern sollen und beispielsweise Höheneffekte erzeugen wollen. Canton bleibt sich treu und verzichtet weiterhin auf ein klassisches Display. Stattdessen informiert blaue Schrift an der Front über Betriebszustand, Quelle, Lautstärke und Klangmodus. Die Funktionalität passt, die Ablesbarkeit ist ordentlich. Dezent und gleichermaßen hübsch sind die in die Glasplatte integrierten berührungsempfindlichen Tasten. Tippt man diese an, so kann man die smarte Soundbar einschalten, die Wiedergabe starten, Quellen auswählen und auf drei Direktwahlspeicher zugreifen. Hat man hier individuelle Setups hinterlegt, lassen sich diese sofort reproduzieren.